Wenn ich mir die Rezension in der FAZ so durchlese, habe ich den Eindruck, ich wäre in weiten Teilen auf einem anderen Konzert gewesen.
Meine Kurzzusammenfassung lautet: Sound zu Anfang miserabel, wunderschöne Versionen von ein paar Stücken, beleidigend kurzer Gig, komatöses Publikum.
Fangen wir bei letzterem an: die FAZ nennt es ‚andächtige Aufmerksamkeit‘, ein zweifellos bezaubernder Euphemismus…
Wollen wir durchaus mal zugute halten, dass weder Tift Merritt, die das Vorprogramm solo bestreitet, noch der gute Sam Beam zu wildem Pogo animieren.
Die statische Bewegungslosigkeit der versammelten Menschen im Mousonturm – selbst bei durchaus rockigeren Anklängen wie zum Beispiel ‚Woman King‘ – ist allerdings bedenklich. Das Mädchen vor uns schreibt in einer SMS an ihren Freund, dass ihr elektrischer Fensterheber kaputt gegangen ist und eine ähnliche Relevanz scheinen auch einige andere der Show an sich zuzumessen.
So ist es dann auch kein Wunder, dass der nach Normalprogrammende schon mühselig wieder herbeigeklatschte Sam Beam nach genau einem Stück als Zugabe aufhört, das Licht angeht und die Menge spontan das Klatschen einstellt und nach Hause geht.
80 Minuten ist nun auch wirklich ein Witz in Dosen, wenn man sich das ganze Oeuvre von Iron&Wine vor Augen führt.

Fantastisch sind allerdings die Interpretationen von ‚Woman King‘, ‚Cinder and Smoke‘, ‚Lion’s Mane‘ und ‚Naked as we came‘, mit dem das Konzert beginnt.
Alles in allem war das schon kein schlechtes Konzert, es hätte aber richtig gut werden können.
Wenn denn nur…


sparta

Jede*r anders, alle Drama. Quality misunderstandings since 1963.

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