Irgendwie hat diese Story schon am Mittwoch angefangen, also deutlich, bevor wir nach Berlin zu den Mountain Goats gefahren sind.
Auf dem Plan standen zwei Konzerte in einer Woche, der Kalender sah für den 7.10. Joe Jackson im Staatstheater zu Darmstadt vor. Tatsächlich waren wir echt erledigt und wir hatten nicht wirklich Lust auf ein Konzert, aber die Karten waren teuer und Joe Jackson ist halt schon sehr geil.
Ein wenig verwundert waren wir dann schon, dass em Eingang so gar nichts los war.
Aber überhaupt rein gar nichts.
Der Grund dafür war dann schnell gefunden: Das Konzert ist erst am 7.11.
Das haben wir super gemacht und uns nicht schlecht über uns amüsiert. Aber der Abend wurde durch die Änderung sehr entspannt und jetzt können wir uns auf das Konzert nochmal mehr freuen.
Für unsere Vorbereitung bedeutete das aber, dass wir mehrfach überprüften, dass die Mountain Goats tatsächlich am 11.10. in Berlin spielten (Check!) und unser Zug tatsächlich um 9:40 ab Darmstadt Hbf geht (Check!).
Nicht überprüft hatten wir die Busverbindung zum Bahnhof und da hätte es uns beinahe erwischt. Zum einen war ‚unsere‘ Haltestelle nicht in Betrieb, weil halb Darmstadt mal wieder umgegraben wird, zum anderen sahen wir auf dem Weg zur Ersatzhaltestelle unseren Bus mal locker drei Minuten zu früh abfahren – there goes our connection.
Zum Glück ist ein Taxi schnell gerufen und wir pünktlich am Gleis und ab da geht zur Abwechslung alles glatt.
Wir kommen einigermaßen pünktlich an und werfen den Kram ins (hübsche) Hotelzimmer, bevor wir Tempelhof unsicher machen. Park, alte Kirche, Kaffeerösterei, koreanisches Fastfood und der Halloween-Wahnsinn bei Woolworth beschließen den Tag.
Samstag ausschlafen, nach Frühstück bei der Familie mit der Familie zum Winterfeldt-Markt und schon einen ersten Blick auf das Venue vom morgigen Sonntag werfen. Abends noch Geld im Coretex in Kreuzberg lassen und scharfe chinesische Nudeln in der Oranienstraße futtern.
Sonntag sieht uns dann das Bergmannkiez für Kaffee und Käsekuchen, später Bierchen in der Bergmannstraße und sudanesisches Fastfood. Voll bis zum Platzen machen wir noch einen Zwischenstopp im Hotel, bevor es in den Abend geht und zum Grund unseres Kurzurlaubs.

The Mountain Goats im Metropol am Nollendorfplatz

Keine Ahnung, wie lange ich die Karten schon habe, sicherheitshalber hatte ich drei Stück geholt, nachdem aber klar war, dass wir definitiv nur zu zwei sein würden, fragte ich mal auf Mastodon nach und nach kurzem Zögern gab sich Christian einen Ruck und wir trafen uns am Sonntag vor der Halle, um ihm die Karte zu geben und eine ganz spezielle Bezahlung in Empfang zu nehmen.
Leider war mein guter Freund, den ich seit Jahren nicht mehr gesehen hatte, malade und außer Gefecht, so dass er die Mountain Goats diesmal verpassen würde – 2014 hatten wir sie noch gemeinsam in Amsterdam im Paradiso erleben dürfen.

Diesmal sollte es eine ganz andere Veranstaltung werden. War Amsterdam noch ein sehr kleines und privates Event, bei dem mEn kein Funke zum überspringen da war, waren diesmal die Voraussetzungen schon komplett anders.
Das Metropol ist schlicht und ergreifend eine Hammer-Location. Mit den zwei Rängen, der Videoleinwand im obersten Rang, den Getränkeständen auf jeder Ebene und einer kleinen Raucher-Halle im Seitenschiff ist es eine der großartigsten Hallen, in denen ich je war.
Diesmal ist auch schon beim ersten Song des Warm-up gut Stimmung. Craig Finn, früher Frontmann von The Hold Steady mit seinem multiinstrumentalistischen Freund hat nachdenkliche und traurige Stories im Gepäck und passt perfekt ins Vorprogramm. Eine Dreiviertelstunde unterhält er uns hervorragend und relativ zügig geht es mit den Goats weiter.
Eventim hatte was von Musical-Aufführung der neuesten Platte erzählt, das erweist sich glücklicherweise als Hoax.
22 Songs haben die drei Junx dabei und es wird ein Streifzug quer durch das gesamte Schaffen, das ja nun einige Alben umfasst. Berlin-Berthold-Brecht-Bezug mit ‚Jenny‘, sehr ulkige Ansagen bei ‚Charlie Sheen reaches out to the feds‘ und ‚No Children‘ und ein klasse Publikum, das engagiert mitgeht und -singt.
Das hatte ich bei den Goats weder erwartet, noch so erlebt in Amsterdam seinerzeit, aber Berlin rockt hart. Das macht den Musikern auch sichtlich Spaß und ja – da springt ein großer Funke über. Up the Wolves und No Children zum Abschluss bringen den Saal zum Kochen und machen yours truly sehr happy. Vorher war mit This Year eh schon die Laune ganz oben.
Nach dem Konzert suchen wir falschrum (rechts ist einfach die verkehrte Richtung) und damit lange nach einer offenen Kneipe, das wäre andersherum schneller gegangen, aber trotzdem macht das HeckMeck Spaß und ein Bierchen zum Abschied von Christian passt noch gut.
Die Rückfahrt hat leider eher Joe-Jackson-Vibes, bis Halle ist alles fein, dann wird alles erst mal unschön.
Das trübt aber nicht den tollen Eindruck, den das Konzert gemacht hat und der wirkt noch nach.

Setlist:
Clemency for the Wizard King
Crying on Eddie Nash’s Grave
Damn These Vampires
Done Bleeding
Rocks in My Pockets
You Were Cool

John Solo
Alpha Omega
Shadow Song
Jenny
Younger (Band returns on JD‘s favourite cymbal crash)

Full Band
For Charles Bronson
Days
Luna
You or Your Memory
Dance Music
Charlie Sheen Reaches Out to the Feds
Sax Rohmer #1
This Year

Encore
Song for Layne Staley
Amy AKA Spent Gladiator 1
Up the Wolves
No Children


Fediverse Reactions

sparta

Antifascist. He/His. Get vaccinated. Wear a mask. Jede*r anders, alle Drama. Quality misunderstandings since 1963. Change is constant.

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