„Ich habe Karten für Montag im Schlachthof Wiesbaden für Sleaford Mods, wir treffen uns am Bahnhof, du lädst mich zum Essen ein, dann gehen wir zusammen auf das Konzert, okay?“
Ist der Bär katholisch? Scheißt der Papst in den Wald?
Zufällig[tm] habe ich an besagtem Montag Zeit. Jetzt ist da nicht nur die Aussicht, sie nach drei Wochen Urlaub1 wiederzusehen, sondern auch auf ein Konzert zu gehen, was wir schon ewig und drei Tage vorhaben, es aber nur zu Mal Élevé im Off schafften.
Sleaford Mods also. Kennichnicht (Stand von vor zwei Wochen).
Stand gestern: Was freu ich mich auf die Mods, nicht nur habe ich das gesamte Oeuvre der Männer aus Nottingham mittlerweile komplett durchgesuchtet, sondern auch ein halbes Dutzend neuer Lieblingssongs.
Andrew Fearn und Jason Williamson gehören bestimmt zum Schrägsten, was sich in meinen Playlists findet und ich finde keine guten Worte, um zu beschreiben, was sie machen, wie sie es machen und warum ich es so endlos attraktiv finde. Aber wenn ihr The Fall, The Chemical Brothers, The Prodigy oder Leftfield mögt, dann sind die Mods vielleicht auch was für Euch.
Anyway, here we were, nach einem sehr leckeren und schönen Abendessen in Wiesbaden finden wir uns kurz nach sieben am Schlachthof zu diesem speziellen Open-Air-Erlebnis ein.
Kaum dass wir die Security passiert haben, hören wir im Hintergrund ‚unser‘ Lied, Teenage Kicks von den Undertones und so darf der Abend gerne beginnen. Es passt einfach alles irgendwie.
Hinter der Halle ist ein relativ übersichtlicher Bereich abgesperrt, und auf der kleinen, aber von überall einsehbaren Bühne klingen die ersten Songs von Grenzkontrolle, der Vorband an diesem Abend. Die machen durchaus Laune, klingen an vielen Stellen genau wie die Fehlfarben, dieselben Riffe, derselbe akzentuierte Gesang. Sehr fein, kann man lassen.
Wir versorgen uns mit Wasser gegen den Durst und mit Corona Cero für den alkoholfreien Spaß. Großes Lob einmal mehr an die Verantwortlichen, Glas Wasser für einen Euro, alkfreies Bier billiger als alkoholhaltiges – das ist Klasse.
Ich treffe Hendrik wieder, meinen einstigen Piraten-Kollegen, der nicht nur sehr aktiv bei den Grünen in Wiesbaden, sondern auch seit vielen Jahren der „Pressemensch“ des Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden e.V. ist.
Was brauchen wir noch vor dem Konzert? Merch! Hoodies, Shirts, Tassen, Mützen, Turnbeutel, Kappen, Schlüsselanhänger und so weiter.
Äh.
Das ist leiderleider einer der traurigsten Momente dieses Abends. Tatsächlich verwaltet ein bereits ziemlich desillusioniert wirkender junger Mann einen Stand, an dem es genau ein T-Shirt und das aktuelle Album in Vinyl-Ausführung gibt. Mehr ist nicht. Und das Shirt ist noch nicht mal mit dem Original-Schriftzug. Tja.
Dann halt nicht 🤣
Tut unserer Laune keinen Abbruch.
Und schließlich betreten die Mods die Bühne um kurz nach acht und steigen sofort voll ein.
Interaktion mit dem Publikum ist nicht so wirklich Jasons Sache, auch wenn er zwischendrin anmerkt, dass sein Manager ihn angewiesen habe, netter zu den Leuten zu sein und auch mal was Freundliches zu sagen, was in diesem Fall rekursiv ist, weitere Freundlichkeiten gibt es jedenfalls eher nicht.
Aber das erwartet ja auch niemand.





Der Sound ist fett und richtig gut, trotzdem nicht zu laut und die Stimmung ist prächtig. The good life, TCR (yay), ein Knaller folgt auf den nächsten und mehr als einmal fragen wir uns, wie er diese ganzen Songs, die ja nun wirklich sehr sehr textreich sind, im Kopf behält.
Alle paar Minuten schrottet Jason ein Mikro und in klassischer Punk-Manier geht immer nach rund 2:30 min der nächste Song los. Andrew betätigt jeweils zum Songstart die Enter-Taste seines Rechners und zeigt ansonsten ausschließlich, was er an Bewegungen drauf hat, Jason schimpft und schreit derweil, das es eine Pracht ist.
Ab Mork ’n‘ Mindy wird es noch ein wenig lauter und bassiger und das Publikum geht ordentlich mit. Elitest G.O.A.T. im Prodigy-Remix ballert unfassbar, ein absoluter Spitzensong, davor durften die Konsumierenden bei West End Girls auch mal mitsingen.
Mit Jobseeker und Tweet Tweet Tweet endet das Konzert. Zugaben gibt es nicht, aber es war auch wirklich richtig rund und schön.
Es ist noch nicht spät und wir genießen den lauen Abend am Schlachthof. Finden uns dann zum Weltmeisterschaftsspiel am 60/40 unter anderem mit Jürgen und Bernd (der mit dem Klapprad aus München); aus einem überraschend guten Bierstadter Gold werden durch Verlängerung und Elfmeterschießen ein paar mehr. Auch der grottige Auftritt der deutschen Nationalmannschaft kann diesen Abend nicht verderben und so laufen wir schließlich gegen zwei Uhr morgens ein wenig angeschickert im Hotel ein.
Brillianter Tag, grandioses Konzert und viele tolle Menschen auf dem Weg.
Setlist 2
The Unwrap
The Good Life
Megaton
TCR
Dad’s Corner
Shoving the Images
Flood the Zone
I Don’t Rate You
Gina Was
No Touch
UK GRIM
Kebab Spider
Bad Santa
The Demise of Planet X
Bang Someone Out
A Little Ditty
Kill List
Mork n Mindy
Double Diamond
Force 10 From Navarone
West End Girls
(Pet Shop Boys cover)
Elitest G.O.A.T
Tied Up in Nottz
Jobseeker
Tweet Tweet Tweet

0 Kommentare