„Punk Festival im Juli mit Zelten?“
„Klar, machen wir.“ (BIN ICH NOCH ZU RETTEN?)
Jo. Da habe ich den Salat. Eigentlich hatte ich angenommen, dass meine letzten Camping-Erfahrungen sich mit dem Hausumbau im Rheingau erledigt hatten. Da hatte ich nämlich zu Beginn, als die Hütte bis auf die Grundmauern abgerissen war, mit dem alten Zelt aus Megafeten-Tagen1 den Herbst überbrückt, bevor OP und die im Krankenhaus ‚erworbene‘ Corona-Erkrankung mich länger lahm legten.
Später in 2023 dann mit Feldbett auf dem rohen Boden, dann im Schuppen und zuletzt nach der Estrich-Legung, bevor richtige Böden und dann auch wieder ein Bett in das Haus Einzug hielten.








Spaß hat es wenig gemacht und Camping mit den durch meine Krebserkrankung bedingten Toiletten-Gängen ist jetzt auch nicht nur ulkig.
Das ist allerdings in allen Bereichen besser geworden und jetzt steht also für den Juli eh Zeit im Zelt an.
Grund und Anlass für ein paar Generalproben.
Dafür braucht es aber erst einmal ein Zelt, das meinige hat, wie oben im Bild zu sehen, den Winter 22/23 nicht wirklich überstanden. Gewünscht war ein Wurfzelt, weil das ja so einfach aussieht, aber letzlich entscheide ich mich doch für ein Kuppelzelt, eher traditionell, dafür größentechnisch der beste Kompromiss – 2,50m x 2,50m – mit dem ebenfalls erworbenen 1,50m breiten Luftbett ist das sehr angenehm, genug Platz für jede*n und seinen/ihren Kram daneben.
Campingstühle – ein unbedingtes Muss, noch 2000 war ich im Motorradurlaub ohne solche unterwegs und das ist auf Dauer einfach mies.
Ein Wasserkanister noch, der Rest muss sich im ersten Test erweisen.
Der fand dann – Tradition verpflichtet2 – an Pfingsten statt. Endlich mal ein paar Tage gemeinsam wegfahren war schon lange auf dem Zettel und mit ein wenig Recherche hatten wir uns eine Handvoll Campingplätze zusammengesucht und über das Ziel per Würfel entscheiden lassen.
And the winner was: Nieder-Moos im Vogelsberg, Campingplatz am See, yes!
Dass das Wetter gigantisch werden würde, passt da ausgezeichnet.
Wir haben beide mit Campingplätzen nur begrenzte Erfahrung, es war also durchaus für Spannung gesorgt, aber alles kein Problem, wir wurden sehr professionell begrüßt und konnten uns auf der großen Zeltwiese ein schönes Plätzchen aussuchen. Strom war auch vorhanden, weswegen ich auch die kleine Tchibo-Kapselkaffeemaschine mitgenommen hatte. Kostenloses WLAN mit ausreichend Bandbreite für den einschlägigen Social-Media-Kram gibt es auch.
Zuerst die frisch erworbenen Campingstühle aufstellen und ein kühles Peroni 0.0 zum Start.
Das geht gut. Die preiswert geschossenen Stühle sind absolut in Ordnung. Guter Kauf.
Dann der Zeltaufbau – auch völlig problemfrei. Zelt ist hübsch, taugt gut und wir funktionieren perfekt im Team. Mittlerweile war es Abend geworden und nach dem Abendbrot machen wir uns mit dem Platz, den Menschen und der Lage vertraut. Die Frösche rufen, Wasservögel geben Laut und aus den eng an eng gebastelten Schachtelbauten der Dauercamper dringt Musik aller Arten. Kinder fahren mit blinkenden Rollern auf den Wegen, es herrscht eine fast südländische Stimmung von Gemeinsamkeit – es ist auch ein wunderschöner Abend.
Die Nacht wird kalt, wesentlich kälter als erwartet, weswegen wir über die Nacht Schicht um Schicht zulegen, bis wir wirklich warm angezogen sind und auch den sicherheitshalber mitgeführten Schlafsack als wärmende Unterlage ausgebreitet haben. Die Matratze ist super und ich schlafe wunderbar.
Der Morgen beginnt mit Vogelalarm vom Lautesten, es ist wunderschön und die Morgensonne macht den Kaffee nach dem Aufstehen perfekt. Wir lassen es sehr gemütlich angehen und machen uns erst kurz vor elf auf an den See.
„‚N Zehner, wenn du reingehst.“
Da kennt sie mich schlecht, ich wäre ebenso für umme nicht von einem Bad im See abzuhalten gewesen, auch wenn das Wasser wirklich kalt ist. Draußen sind es aber inzwischen fast 30 Grad, also ab dafür. Herrlich ist es. Ich gebe ihr die Chance, den Zehner zurückzugewinnen und sie traut sich auch ins Wasser. In einen See. Das ist aus einigen Gründen wirklich besonders, weil es sie viel viel Überwindung kostet.
Pommes. Bratwurst. Bier. Mittagspause. See. Baden.
Am späten Nachmittag brechen wir zum kleinen Hike um den See auf, der mit knapp 4km topfebenem Wege durch ein wunderschönes Naturschutzgebiet den perfekten Tagesabschluss liefert. Wir sehen viele Frösche, Blässhühner, Schwäne, Enten, Nutrias und sogar eine Ringelnatter. Lauschige Eckchen mit Bänken am Ufer des Sees gibt es alle 5m (gefühlt) und wir lassen uns viel Zeit. Noch mehr Zeit danach auf der Schaukelbank am Ufer.
Abendessen. Bier. Zelt. Kalt.
Der nächste Morgen ist schon Routine und der Tag verläuft nahezu identisch zum Vortag, es ist krass voll am See und im Wasser teilweise sehr unterhaltsam, wenn du wahlweise ein Paddel, ein Surfboard oder einen Ball an den Schädel kriegen kannst.
Zur Abwechslung gehen wir am Abend den Weg um den See diesmal anders herum und finden danach die Schaukelbank besetzt vor. Kein Problem, wir nehmen eine fest mit dem Boden verbundene. Wunderschöne, tiefe Gespräche und eine große Verbundenheit.
Bier. Zelt. Kalt.
Der letzte Morgen, wieder mit Sonne und Kaffee, nochmal richtiges Urlaubsgefühl, bevor wir uns an Abbauen und Einräumen machen, das funktioniert auch wieder einwandfrei und via Meckes und Auto laden geht es zügig zurück in die schöne Stadt für einen ebensolchen Abend.













— Schalttag —
Dienstag zurück nach Hause und einen Abend ausspannen, bevor es weitergeht am Mittwoch mit Jennys Geburtstagsgeschenk für mich: Zwei Tage im Schlaffass auf dem 524 Campingplatz in Geisenheim.
Wir kennen den Platz von einigen Spaziergängen am Rheinufer in der Außensicht, jetzt werden wir uns also drinnen mal bewegen.
Okay, das ist schon sehr luxuriös, wir haben nicht nur das große Schlaffass mit mehr als ausreichenden Unterbringungsmöglichkeiten für all unsere Sachen. Die Waschräume sind genau über den Weg auf der anderen Seite und die sind in einem Zustand, dass es einfach nur beeindruckt. Modern, sauber, alles vom Besten.
Die Sonne knallt, weswegen wir am ersten Nachmittag komplett unter die Bäume in der Nähe verschwinden und am Abend gründlich durchlüften müssen, denn ‚wir berechnen ausnahmsweise keinen Saunazuschlag‘ hatte schon einen wahren Hintergrund in Bezug auf die Innentemperatur…
Für den Abend hat Jenny eine Reservierung in der direkt am Campingplatz gelegenen Pizzeria erworben, aber nicht nur irgendeine, sondern direkt vorne auf der Terrasse mit freiem Blick auf das Ufer und den Fluss.
Traumhaft und auch das Essen ist super. Pizza und Tortelloni sind ausnehmend gut, das Tartufo zum Nachtisch ebenso super und wir haben eine fantastische Zeit.
Danach noch ein kühles Bierchen auf der Freifläche vor dem Fass, bevor wir uns früh auf die sehr gute Matratze begeben. Wir schlafen ausgezeichnet und beginnen den nächsten Tag mit Kaffee, Sonnenschein und einem leckeren Frühstück.
Für den Tag haben wir uns das Schwimmbad in Eltville vorgenommen und das ist ein weiteres Highlight im an Attraktionen ja nicht gerade armen Rheingau.
Das Rosenbad zeichnet sich nicht nur durch einen günstigen Eintritt aus, sondern auch durch eine kleine feine Gastronomie, super angenehme Wassertemperatur und -qualität und vor allem durch die schier unendlichen Freiflächen mit jeder Menge großer schattenspendender Bäume. Es gibt Sportgelegenheiten und Spielplätze, einen kleinen Sprungturm mit max. 3m Höhe und den Blick auf das Rheinufer.
Perfekt, um mit Schwimmen, Pommes, Eis und Bier den Tag herrlich zu gestalten, was wir dann auch bis zum Nachmittag tun. Dann wird es voller, Schüler und Frühfeierabendler strömen in die Anlage und wir kehren zum Campingplatz zurück. Noch eine Pizza bestellen und dann den Abend gemütlich ausklingen lassen.
Same procedure as yesterday und gute Nacht.
Nach dem Kaffee packen wir dann gemütlich zusammen, mit zwei Autos ist das überhaupt kein Stress und ein gemeinsames Mittagessen bei mir zuhause schließt diese Urlaubswoche ab.









Camping macht doch Laune, das wird noch öfter auch in diesem Jahr noch stattfinden.
0 Kommentare