Nachdem uns das Wetter an Jennys Geburtstag ins Museum (siehe kurzer Text und Bilder unten) getrieben hatte, war tags darauf der schon länger geplante Ausflug zum Baumwipfelweg bei Bad Camberg dran.

Panoramaaufnahme vom Hintertaunus mit Bäumen, Wiesen, Feldern, Ortschaften und Himmel

Ich krieg sowas ja nie mit, aber Jenny hatte diese Attraktion schon länger auf dem Schirm und diesmal passt es richtig gut. Das Wetter war ideal, warm, aber nicht zu heiß und – ganz wichtig – ein Wochentag.
Bei gutem Wetter willst du am Wochenende nicht da sein, da machen dich die Menschenmassen platt und die vielen schönen Schautafeln und Animationen zum Thema ‚Waldesruh‘ passen gar nicht mehr.
Es war bei schon herausfordernd, als wir da waren, es braucht nur 4 Senioren der Güteklasse ‚Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage‘, um einem den Tag fast zu verderben. Natürlich auch, weil die etwas betagten Herrschaften eine an ihr Hörvermögen angepasste Lautstärke pflegten.
Wir haben sie dann überholt, mussten aber eine beträchtliche Strecke zurücklegen, bevor wir ‚außer Hörweite‘ erreichten.
Andererseits ist der Weg auch als barrierefrei angekündigt und auch mir mit Atembehinderung und Stufenvermeidung fiel es relativ leicht, die Höhenunterschiede zu bewältigen. Schwieriger, aber ebenfalls nicht komplett unmöglich ist es für Menschen mit Höhenangst, die Bohlen liegen dicht an dicht – die Gitterböden von Hängebrücken, wie ich sie in Costa Rica erlebt habe, sind da wesentlich belastender. Das Geländer ist hoch und eins muss sich schon sehr bemühen, um senkrecht runterzuschauen.

Es geht gleichmäßig hoch am Anfang und bevor eins sich versieht, geht der Blick über die Bäume und in die Baumkronen. Die Sicht ist fantastisch und so weit oben kennen wohl die wenigsten den Wald. Geräusche, der Duft von Nadeln und Blüten, alle Sinneseindrücke sind besonders und ungewohnt. Wir sind hin und weg, es ist außergewöhnlich schön hier oben.

Ein paar allgemeine Infos zum Weg:

🌳 Die Architektur: Ein Meisterwerk aus Holz und Stahl
Der Weg schlängelt sich in bis zu 30 Metern Höhe durch den Wald – getragen von robusten Douglasien und Eichen. Zu Beginn des Weges sind alle Bauabschnitte und die Details der Konstruktion übersichtlich erklärt. Die sanft geschwungene Form fügt sich nahtlos in die Landschaft ein, als wäre sie schon immer da gewesen. Die barrierefreie Bauweise (auch für Rollstühle und Kinderwagen geeignet!) macht ihn zu einem Erlebnis für alle.

🌿 Die Aussicht: Taunus, so weit das Auge reicht
Von der Aussichtsplattform in über 30 m Höhe hat man einen atemberaubenden Blick über den Hintertaunus, die Stadt und – an klaren Tagen – bis zum Großen Feldberg. Grandiose Fotos sind problemlos jederzeit machbar.

🧠 Das Lernerlebnis: Natur zum Anfassen
Entlang des Weges gibt es Infotafeln und interaktive Stationen, die über den Wald, seine Bewohner und die Bedeutung der Bäume für unser Ökosystem aufklären. Perfekt für neugierige Kinder – oder Erwachsene, die ihr Wissen auffrischen wollen.

🍟 Die Lodge: Stärkung vor oder nach dem Weg
In der großen Lodge mit den schön gestalteten Außenbereichen gibt es Flammkuchen, Pommes, Eis und diverse Getränke, um erschöpfte Wanderer mit verlorenen Kalorien zu versorgen. An kälteren Tagen sorgt der große Ofen im Innenraum für Wärme, für uns war draußen sitzen angesagt.

Preise liegen bei rund einem Zehner pro Person, die üblichen Vergünstigungen für Menschen mit Behinderungen, Studierende etc. reduzieren einen Rundgang auf 8 Euro, für Kinder ist es nochmal billiger.
Parkplatz kostet nichts.



Und wie versprochen noch ein paar Bilder von unserem Ausflug zum Senckenberg-Museum am Vortag. Wie immer ein Erlebnis. Leider auch für viele Schulklassen. Meine armen Ohren.




sparta

Antifascist. He/His. Get vaccinated. Wear a mask. Jede*r anders, alle Drama. Quality misunderstandings since 1963. Change is constant.

1 Kommentar

Random Weirdo · 19. Juni 2026 um 18:15

@donsparta Danke für den Bericht! Der Baumwipfelpfad sieht phantastisch aus, das muss ich mir merken!

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