Des echten Hessen liebstes Getränk ist der ¹Apfelwein.

Desderwesche war auch hierzuregion „Kriesch gesche die Ey-Uh“ angesagt, wollten deren bürokratische Eiferer doch – aus welchem idiotischen Grunde auch immer – die Bezeichnung Wein ausschließlich für alkoholische Getränke aus Trauben reserviert wissen. Kein Kirschwein mehr, kein Pflaumenwein beim Chinesen und halt auch kein Apfelwein mehr. Eigentlich könnte es uns egal sein, das gute Zeug heißt ja eh wie im Titel bezeichnet…

Abbä so gehds ja ned, dene zeische mers: Do schigge mir unsän hässlische, schulligung, hessische Roland, also de Koch in die bludisch Schlachd, damit mer unseren Ebbelwoi in Zukunft ned ‚vergorenes alkoholisches Getränk aus Äpfeln‘ nenne misse.
Vermudlich hädd mer de Bembel aach noch umbenenne misse, in ‚traditionell blaubemaltes Steingutgefäß zum Aus- und Einschenken größerer Quantitäten vergorenen alkoholischen Getränkes aus Äpfeln‘.
Mei Drobbe, da bin ich ja verdorschd, bis isch des besdelld hab.

Die sinn doch all err bei de EU, also solche Quadschkepp do in Brissl

Jedenfalls ist dieser Irrsinn inzwischen schon wieder vom Tisch und ich habe heute mit Helmut mal sinniert, was man noch so alles eindeutig benennen sollte, damit der arme Bürger auch weiterhin geschützt bleibt.

Pilze zum Beispiel sollten nur noch im Wald wachsen dürfen. Oder an den Füßen. Beides geht nicht. Vom Pils fangen wir erst gar nicht an.
Und da gibt es bestimmt noch jede Menge Beispiele, selbst wenn man nur bei der Sauferei bliebe. Ich sage nur ‚aqua vitae’…

Kategorien: alltagkulinaria

sparta

Jede*r anders, alle Drama. Quality misunderstandings since 1963.

3 Kommentare

Helmut Wicht · 9. November 2007 um 18:21

Wie alles anfing.

Brüsseler Bürokrat trank Ebbelwoi in Sachenhausen.

Bürokrat (schüttelt sich, empört zum Kellner): „Quesce que c’est??“
Kellner: „Ebbelwoi, Aasch!“
Bürokrat: „Ehh – belle voyage??“
Kellner: „Ja, mach dassde fordkimmst – unn e bell vojaasch!“

Erzürnt reiste der Bürokrat nach Brüssel, die Vernichtung des Apfelweines im Sinn…

Konni Scheller · 20. November 2007 um 00:13

Vom Ansatz her ist die Brüsseler Regelung gar nicht schlecht. Dass eben nur noch Wein heißen darf, was auch wirklich nur aus Weintrauben hergestellt wird.

Betrugsversuche gibts ja genug in dieser Richtung. Man könnte Weintrauben mit billigen Früchten mischen, und dann als „Wein? verkaufen. Das soll nicht gehen und das ist gut so.

Dass für das Traditionsgetränk Ebbelwoii eine Ausnahme gemacht wird, ist natürlich auch gut!

sparta · 20. November 2007 um 10:23

Mit einem Deklarationszwang erreicht man mehr als mit einer Wortfestlegung.
Mir riecht das nach ‚political correctness‘, aber nicht nach einer pragmatischen Herangehensweise.

Es gibt nun mal mehr Wein als den aus Weintrauben (Weingummi?) und dennoch wird sowohl der Begriff korrekt verstanden, weil die entsprechenden Zusätze (Kirsch-, Erdbeer-, Apfel-) Verwendung finden, als auch nur des Wortes wegen kein Schindluder getrieben.

Ob billige Früchte oder noch billigererererer Rohrzucker – das kriegt man nicht durch die Wortwahl in den Griff.

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