Da musste ich doch gestern spontan an eine Ansichtskarte eines Freundes aus merry old England denken, die die Aufschrift „Having lots of weather“ trug.
So war das nämlich auch bei uns[tm], als ich gemütlich die A66 aus Richtung Wiesbaden entlang fuhr und der schwarzen Wand über Sulzbach bis runter zum Flughafen angesichtig wurde.
Sind wir mal uncool, ziehen wir die Regenjacke an, auch wenn es nur noch drei Minuten bis nach Hause sind, aber Geldbeutel und Handy sollten nicht zu nass werden. Während ich mich noch im Fahren mit dem blöden Klettverschluss herumärgere, bricht nach dem Krifteler Dreieck der Weltuntergang los.

Alles steht innerhalb von Sekunden und genauso ist der Wasserstand ratzfatz deutlich über Reifendicke.
Der Leguan wirft eine Bugwelle wie die Aida und in meine tollen wasserdichten Stiefel läuft das Wasser von oben hinein. Das Visier beschlägt, kein Problem, das mache ich einen Zentimeter auf, dann kommt zwar auch Wasser rein, aber das ist nicht so schlimm.
Schlimm ist, dass die Sonnenbrille beschlägt und ich wirklich nichts mehr sehe, während ich durch die solide geparkten Dosen schwimme.
Also die Sonnenbrille auf die Nasenspitze runterziehen, das Visier noch weiter auf und durch den schmalen Spalt linsen, alles im Dienste der Sicherheit auf deutschen Binnengewässern.
Der Regen hört dann auch mal kurz auf, vermutlich, weil er sich nicht mit dem Hagel anlegen will. Bei Hagel mit einem Helm auf dem Kopf fahren, hat Vor-und Nachteile. Es tut nicht so weh, aber ist dafür sehr laut.

Aber wer sagts denn, die Abfahrt ist ja schon da. Da sie wannenförmig gehalten ist, steigt der Wasserspiegel nochmal ordentlich und ich fürchte, den Motor unter Wasser zu setzen. Glücklicherweise geht aber noch alles gut und in Höchst selbst ist es dann nicht mehr so schlimm.

Die Stiefel sind wirklich wasserdicht, es ist nichts rausgelaufen.
Ich habe sie dann ausgeschüttet…

Kategorien: alltagmopped

sparta

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2 Kommentare

Holger Issle · 12. Juni 2007 um 09:07

*Kicher* Hm, ja, nass war das gestern bei uns auch, aber erst nach 21 Uhr … während in Böblingen viele Keller ausgepumpt werden mussten, konnten wir locker ein Bad im Kartoffelacker nehmen :-(

Bernhard · 27. Juni 2007 um 09:57

Erinnert mich grad spontan an eine Fahrt vor vielen Jahren durch so eine wassergefüllte Wanne nach sintflutartigen Regengüssen. Allerdings mit der Dose und bei mir ging es nicht gut: mitten im Wasser starb der Motor ab. Aussteigen? Keine gute Idee, denn den Wasserpegel vermutete ich auf gleicher Höhe mit der Sitzfläche.

Was also tun?

Erster Gang rein und per Anlasser rausgehoppelt. Tja, manche Anekdoten aus der Fahrschule erweisen sich dann im Nachhinein doch als lehrreich, auch wenn es sich in der Anekdote um einen Bahnübergang und nicht um eine ‚Flussdurchquerung‘ handelte. Aber als halbwegs intelligentes Wesen ist man durchaus in der Lage zu abstrahieren.

Der Motor sprang dann nach einer kurzen Abtropfphase sogar wieder an, brauchte jedoch ein paar Minuten und Kilometer, bis er wieder richtig rund lief.

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