Vor kurzem chattete ich mit Hardy über das Thema ‚Für wen bringt Twitter etwas?‘ (ftr – für ihn definitiv nicht) und sind irgendwie bei realen vs. virtuellen Freundschaften, dem Sinn von sozialen Netzwerken, uswusf. gelandet. Ich mag diese Gespräche mit Hardy sehr gerne, weil da zwei unterschiedliche Welten aufeinander prallen und er immer sehr neugierig und gezielt nachfragt, was für mich Herausforderung und Spaß bedeutet.

Unter meinen ‚virtuellen Freunden‘, wie ich die nenne, die ich noch nie getroffen habe und bestenfalls mal in einem Podcast oder Online-Video gesehen habe, ist einer, über den ich gerne mal ein paar Zeilen verlieren möchte.

Als ich mit Twitter begann und mir Leute zum ‚Folgen‘ suchte, bin ich aus heute nicht mehr bekannten Gründen irgendwann mit Michael Jäger ‚zusammengekommen‘, sprich, wir folgen uns schon eine ganze Zeit und ich habe ihn für seine netten, informativen Tweets schätzen gelernt. Außerdem ist da bei ihm eine gewisse Affinität zu den Themen der Piratenpartei, was selten aus jemand einen schlechteren Menschen macht ;-)

Ich hatte wohl mitbekommen, dass er Schauspieler ist – und ihn bestimmt auch schon mal gesehen – aber sein main character war eine Figur aus ‚Marienhof‘ und das habe ich mir wirklich nie angeschaut.

Genaueres war mir auch ansonsten nicht bekannt, ich recherchiere ja nicht einfach auf Verdacht, außer, es gibt irgendwas, was mein Interesse weckt. Bei Michael war das ein Tweet, mit der er auf die Aufforderung, in die Piratenpartei einzutreten, reagierte – sinngemäß mit ‚Die Piraten tun sich keinen Gefallen mit mir, besser ist es, wenn ich nicht Mitglied werde.‘

Das fand ich jetzt SEHR spannend und habe mich mal eingehend mit der Person Michael Jäger befasst.

Mein lieber Schwan.
Der ist nicht nur Schauspieler, der hat ein Leben hinter sich, das eigentlich verfilmt gehört.

Einiges kann man hier nachlesen, vieles findet sich auch in seinem Buch ‚Es ist viel passiert‘, in dem er ungewöhnlich offen und schonungslos über sich selbst und seine Vergangenheit Auskunft gibt.

Und mit allem, was den Piraten in letzter Zeit an ‚rechten‘ Problemen unterstellt wurde, kann ich Michael Jäger auch nur für seine weise Entscheidung danken, wobei ich persönlich es als Highlight ansehen würde, wenn er dabei wäre – die Debatten in der Öffentlichkeit kann ich mir aber auch vorstellen.

Wir müssen auch noch ein wenig mehr USA werden, bis bei uns Schauspieler Kanzler werden können :-) Aber dann!
Eine unglaubliche Story hinter einem faszinierenden Mensch jedenfalls.

Mit den Blogbeiträgen über Frau Huber hat er im Wahlkampf einen Brückenschlag zwischen Jugend und Senioren hinbekommen, der von einer solchen Herzenswärme getragen war, dass man bei Twitter das eine oder andere Tränchen in der Timeline sehen konnte.

Aber zurück. Michael hat in all seine Profilen und Fragebögen immer wieder angegeben, dass er gerne einen ‚Tatort‘-Ermittler spielen würde. Da fühle ich mich ja gleich berufen, den Experten zu geben, denn schon seit Jahrzehnten sehe ich Tatort – oft gerne, manchmal mit Befremden, aber auch mit Begeisterung – zum Beispiel wenn Münster oder das niedersächsische LKA den Hintergrund bilden.

Der Frankfurter Tatort war früher betulich, zuletzt kaum auszuhalten, das Ermittlerteam passte für mich einfach nicht in die Szenerie. Nachdem Sawatzki/Schüttauf jetzt aber aufhören werden, braucht man einen neuen Kommissar für die Bankenmetropole.

Als dann auch noch der ‚Stern‘ um Vorschläge für die Neubesetzung bat, lag es natürlich nahe, die ‚Bewerbung‘ von Michael ein wenig zu pushen, mittlerweile gibt es auch eine Facebook-Seite mit tollen Fotos und ich kann als Frankfurter nur inständig hoffen, dass mit ihm endlich mal eine zu dieser Stadt passende Ermittlerfigur besetzt wird. Einer, den man sich im Bankenviertel genauso wie auf der Kaiserstraße vorstellen kann, einer, mit dem man auch mal einen Bembel leeren kann und der nicht beim Handkäs ohnmächtig nach hinten umfällt.

Ich fände das jedenfalls saugut.

Hallo Hessischer Rundfunk:
Bitte abnicken und entsprechend weiter vorgehen.

Danke.

Und für die anderen: Bei Twitter folgen und Michaels Blog abonnieren.

Lohnt sich wirklich.



sparta

Jede*r anders, alle Drama. Quality misunderstandings since 1963.

3 Kommentare

Gianna · 28. September 2009 um 20:16

Wow – das hast du wirklich toll geschrieben… ich hab die ganzen letzten Tage überlegt, wie ich meinen – noch nicht geschriebenen Artikel – darüber … also über Michael verfasse… und du hast es genauso geschrieben, wie ich es hätte schreiben wollen… dafür danke ich dir ;)
Einfach toll :)
Gianna

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.