Nein, nicht die Stadt im Ruhrgebiet, obwohl – da muss man bestimmt auch nicht unbedingt hin, aber mir geht es gerade um die Nahrungsaufnahme.
Beziehungsweise um das Unterlassen derselbigen in Folge einer akuten Überdosierung, einer Überdosierung der leckeren Sorte von Anfang bis Ende.

Gründlich haben wir das mit der Nahrungsaufnahme in fester und flüssiger Konsistenz auf dem „7 Köche Kochspektakel“ in der alten Kelterei zu Laubuseschbach gestern erledigt, es sei mir gestattet, ein wenig auszuholen.

Schon im letzten Jahr hatten wir auf Anraten von Monika und Matthias uns zum „7 Köche Kochspektakel“ 1 mitangemeldet, dann war Kathinka aber krank geworden und alleine wollte ich doch nicht hin.
So suchten wir erneut unsere Chance – zu verführerisch war das Angebot, insbesondere für Hin- und Rückfahrt, so dass Weine und Schnäpse nicht an uns vorüber gehen müssen ;-) Der Sauvignon blanc war es wert.
Der Rioja (barrique-frei) erst recht, der Obstler war dringend nötig *börps* und vom Äppler, den es schon eingangs ums Sorbet herum gab, ganz zu schweigen.

Damit sind wir auch schon beim ersten der sieben Streiche, zu dem es kleine Stücke Flammkuchen gab, bevor mit dem im Ofen gebackenen Ziegenrohmilchkäse auf Salat die erste von einigen interessanten Zusammenstellungen folgte. Über den Gurkencappuccino (klingt schlimm, war aber lecker) folgte das für mich erste echte Highlight:
‚Jungfräulicher Matjes trifft reife Erdbeere‘.
Könnt ihr euch das vorstellen (siehe Bild nebenstehend)? Das ist eine Kombination, die ich als ’sehr schräg‘ bezeichne, aber (nicht ganz unverständlich, denn die sind ja nicht deppat, die kochenden Jungs und Mädels) sehr schmackhaft und faszinierend eh. Überhaupt, die kochenden Jungs und Mädels – allesamt ausgesprochen nett, zugänglich, interessiert an ihrer Kundschaft, dem Verzehrvolk.
Man fühlt sich ganz und gar gut aufgehoben und nett umsorgt, die Moderation von Jens Kölker ist durchaus kess, aber auch informativ und nicht aufdringlich. Allen scheint die Zusammenarbeit Spaß zu machen, was zum Gelingen des Abends stark beiträgt.
Mitmachen ist möglich und gewünscht, für nahezu jeden Gang werden ‚Hilfskräfte‘ mit feinen Schürzen als Belohnung geködert…
Des weiteren erfahren wir, wieviele Erdbeersorten es auf der Nordhalbkugel (12) und auf der Südhalbkugel (über 1000) gibt, dass ein Matjes kein Hering nach Matjesart ist und noch vieles weiteres an Kulinarischem und Kuriosem. Unaufhaltsam weiter schreiten wir zum Hauptgang, die Maispoularde mit Paella und Zucchinistreifen ist ein Gedicht, auch wenn Matthias die Tiere mit den vielen Beinen oder völlig ohne Beine, dafür mit Schalen, mit gelindem Argwohn verzehrt ;-)
Uns schmeckt es ausgezeichnet, allerdings macht sich schon ein gewisses Völlegefühl breit, dem wir mittels des zuvor schon erwähnten Obstlers zu Leibe rücken, während sich zwei der Köche in der Weltmeisterschaft um ‚Apfel schälen, entkernen und in Stücke schneiden‘ duellieren.
Tatsächlich gelingt es uns, ein wenig Platz zu schaffen für den Nachtisch (der Nachtischmagen kommt also zum Einsatz), der, auf einer Schiefertafel serviert, nicht nur ein optischer Hochgenuss ist.
Espresso.
Noch ein Obstler.
Ui.

Der Abschied naht, die Protagonisten aller Couleur werden bejubelt und beklatscht (so ein wenig Bewegung ist ja auch nicht schädlich) und dann hat Matthias‘ Auto mit den schwerer gewordenen Insassen auf dem Heimweg zu tun…
Toll war es, unheimlich gut gefallen hat es mir und wir werden nicht das letzte Mal dabeigewesen sein – danke nochmal an Monika und Matthias für die Initiative und das perfekte ‚Rundherum‘. Ich ess‘ nie wieder was…

  1. leider gibt es weder Event noch Homepage mehr…

sparta

Jede*r anders, alle Drama. Quality misunderstandings since 1963.

1 Kommentar

Susanne Reitz (Zum Aussichtsturm, Treisberg) · 28. Juni 2007 um 18:36

Lieber Peter Wenz
nach vielen vorangegangenem Kopfzerbrechen und und drei langen Nächten, war es uns ein HOCHGENUSS Ihren Bericht über das Sieben Köche Kochspektakel zu lesen. Es freut uns außerordentlich, dass unser Bestreben, unseren Gästen einen in jeder Hinsicht genussreichen Abend zu bescheren, so gut erreicht zu sein scheint.
Insbesondere sind wir froh, dass die Aussage im Titel Ihrer Hymne auf Dienstagabend am Ende bereits wieder revidiert war.
Alles Gute Ihnen und Ihren Freunden

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