Loreley ist der Name einer Nixe auf dem gleichnamigen Felsen. Der aus dem 19. Jh. stammenden Legende zufolge kämmte sie dort ihre langen, goldenen Haare und zog die Schiffer mit ihrem Gesang an. Diese achteten trotz gefährlicher Strömung nicht mehr auf den Kurs, sodass die Schiffe an den Felsenriffen zerschellten.“ (wikipedia)

Loreley ist heutzutage keine blonde Nixe mehr, sondern ein bärtiger Parkplatzwächter. Sie sorgt auch nicht mehr dafür, dass Schiffe zerschellen, sondern behält die Zuschauer von Konzerten für sich und lässt sie nicht mehr weg.
Aber ich zäum den Gaul vom falschen Ende auf und geh mal in der Chronologie zum Anfang.
Die beste Tochter der Welt wollte schon länger mal zu MUSE und da ich die durchaus mag, haben wir uns beide sehr gefreut, noch Karten für das Konzert auf der Loreley zu bekommen.
Passenderweise ist die Loreley auch nicht soo weit von unserem Landhaus (*g*) entfernt, so dass sich eine Übernachtung mit relativ kurzen Wegen anbietet.
Gegen halb fünf sind wir dann losgefahren, bei Presberg habe ich gemerkt, dass ich mein Handy vergessen hatte. m(
Hätte der kleinen Funkzellen wegen wohl eh wenig genutzt, aber trotzdem Panne und auch erst mal keine Bilder in dem Beitrag dieserhalb.

Parkplatz ist gar nicht so weit weg und in sengender Sonne sind wir dann auf’s Gelände gekommen.
Sofort was zu Trinken, Essen wollten wir auf später verschieben.
Das war ein Fehler. An den zwei pisseligen Essensständen mit ihrem IMHO viel zu großen Angebot bildeten sich abnorme Schlangen. Eine Stunde warten für eine Portion Pommes – Nein!
Lieber erst mal ein Eis, da muss man wenigstens nicht so lang warten.

Dann betraten auch schon „Deaf Havana“ die Bühne. Naja, eine typische Vorgruppe. Richtig weh getan haben sie nicht, aber als sie fertig waren, war auch niemand traurig.
Auf vielen Konzerten auf der Tour haben „Biffy Clyro“ den Support gemacht, das hätte hier viel rausgerissen, die sind nämlich fantastisch.
Hat nicht sein sollen.

Also weiter im Programm, kurze Umbaupause, dann: MUSE.
Zu „The 2nd law:Unsustainable“ betrat die Band die Bühne, für uns stahl der drei Meter große Roboter, der auf dem Gang direkt vor unserer Nase entlang geführt wurde, den Musikern kurzzeitig die Show – geschah später wieder, als die in unmittelbarer Nähe befindliche ‚Glühbirne‘, ein kleiner Heliumballon, gestartet wurde.

Eingefleischte Muse-Fans zeigten sich zwar von der Light- and Videoshow underwhelmed, da ‚meine‘ Bands aber eher sparsam in der Richtung sind, fand ich das schon alles sehr wuchtig. Feuersäulen, LED-Monitore überall, eine Lightshow vom Feinsten…
Dazu ein wirklich hervorragender Sound. Durch die zwei großen Videomonitore an den Seiten war auch was vom vorderen Rand der Bühne zu sehen, die in den letzten Reihen der eigentlichen Arena stehenden Zuschauer verdeckten nämlich leider perfekt den Blick dahin.
Wurscht, die Stimmung ist gut und das Programm hat es in sich, eine Art Best-Of (mit Ausnahme aller Songs von der ‚Showbiz‘) mit überraschenden Highlights.
Der Einstieg in ‚Knights of Cydonia‘ mit der Mundharmonika aus ‚Once upon a time in the west‘ (‚Spiel mir das Lied vom Tod‘) oder die Showeinlagen mit dem „Geld“ verteilenden Banker (20 Muso liegen noch im Rheingau…), die benzinsaufende Business woman, die auch von der Glühbirne hängend zu beeindrucken wusste.
Wir haben Spaß. Der endet nach ‚Survival‘ und knapp 100 min. doch sehr überraschend, mit einem knappen Gruß verabschieden sich die Musiker und sofort wird die Bühne von abbauenden Helfern gestürmt.
Hm.
Das war jetzt ein bisschen wenig für das viele Geld, aber egal.
Tolles Konzert, tolle Stimmung.

Jegliche positive Gefühle, die nach dem aprupten Ende wieder hochkamen, wurden dann in der Folge aber von der unfassbar bescheuerten Organisation des Parkplatzpersonals zunichte gemacht.
Diese $CENSORED sperrten die einzige Abfahrt für genau die Zeit, die es für alle braucht, um sich über ‚Schleichwege‘ oder Pfade, die kurzzeitig wenigstens Bewegung versprachen, komplett ineinander zu verkeilen, so dass zwei Stunden GENAU NICHTS PASSIERTE.

In Anbetracht unserer reichlichen Nahrungsaufnahme über den Tag (ich rufe in Erinnerung: Ein Eis) war es auch um mein Nervenkostüm nicht nur gut bestellt, ich habe mich aber wohl ganz wacker geschlagen und soweit ich mich erinnern kann, niemand massakriert.

Letztendlich waren wir gegen halb zwei wieder zuhause :-(

Auf die Loreley dürfen andere in Zukunft, das gebe ich mir nicht nochmal. Und leider überwiegt damit ein negativer Eindruck, obwohl Muse wirklich gut waren…

Setlist
01: The 2nd Law: Unsustainable
02: Supremacy
03: Supermassive Black Hole
04: Panic Station
05: Resistance
06: Plug In Baby
07: Animals
08: Knights Of Cydonia
09: Monty Jam
10: Feeling Good
11: Follow Me
12: Liquid State
13: Madness
14: Time Is Running Out
15: Guiding Light
16: Undisclosed Desires
17: Stockholm Syndrome

18: The 2nd Law: Isolated System
19: Uprising
20: Starlight
21: Survival


sparta

Jede*r anders, alle Drama. Quality misunderstandings since 1963.

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