… in der ganzen Hütte bei uns. Es ist der feine Hauch von 20 Jahre alten Turnhallensocken, die an sehr ungewaschenen Füßen klebten und jetzt lange in Milch mit einer Spur Gülle reifen durften. Dieser Hauch zieht durch unseren Flur, konzentriert sich in der Küche und hat den Kühlschrank komplett ausgefüllt.
In wenigen Tagen wird man nur noch mit der Gasmaske auskommen. Klasse.

Die Rede ist übrigens von einer Köstlichkeit, die ich kürzlich aus den Vogesen mitgebracht habe, einen echten ganzen Munster aus der Käserei der Chaizes aus Orbey. In Kombination mit Weißbrot, Kümmel und einem herben Rheingauer Riesling ist dieser Käse einfach fantastisch, wenn man seine Hände nicht wäscht, fühlt man sich und riecht man wie jemand, dem der Gebrauch von Klopapier unbekannt ist. Es ist immer wieder faszinierend für mich, dass der Mensch so manches als nicht nur essbar, sondern nachgerade köstlich identifizieren konnte, womit man eigentlich gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und die Genfer Konvention verstößt.

Was ansonsten noch stinkt, ist die ständige Blockier-Parkerei in unserer Straße, der breite Bürgersteig verleitet viele dazu, ihn als schnöden Parkplatz zu missbrauchen. Aber wenn man sich das Bild so betrachtet – wem wollte man das verwehren…

Ansonsten stinkt vielen Leuten nach wie vor das völlig bekloppte Verhalten der Verantwortlichen von Yahoo und Flickr (siehe hier) und auch der Spiegel hat sich jetzt sehr dezidiert dazu geäußert. Web 2.0-Desaster nennen es die Journalisten. Der Umgang mit Freiheit ist noch den wenigsten Unternehmen wirklich leicht gefallen, zu gern wird der Mensch als Verfügungsmasse und nicht als Individuum wahrgenommen. Bei User-Content-basierten Angeboten ist das Nicht-Erkennen allerdings doppelt peinlich.

Im Gegensatz zum leckeren Munster kann man sich Flickr nicht aufs Brot, sondern nur in die Haare schmieren.
Aber nicht der Schmiere Bescheid sagen, die steht sonst wieder nur unnütz auf dem Radweg oder Bürgersteig ‚rum …

Kategorien: alltagkulinariaweb

sparta

Jede*r anders, alle Drama. Quality misunderstandings since 1963.

6 Kommentare

wjl · 19. Juni 2007 um 22:41

ROFLMAO – der war wirklich gut. Meeehr bitte :-)

Und Gruß von
wjl – der heute endlich mal wieder Moppedfahrn war –

wjl · 19. Juni 2007 um 22:42

P.S.: Du hast recht – ich riech’s bis hierher. Igitt ;-)

Holger Issle · 20. Juni 2007 um 10:09

*grins*^w*ihhh, müffel*
Kennst Du eigentlich Durian? Das ist malaysisch für Stinkfrucht, und das bezeichnet ganz gut was das ist… und es ist auch sau lecker. Mehr dazu hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Durian

Ich bin sicher, die stinkt Deinen Käse her.

sparta · 20. Juni 2007 um 11:06

Da wäre ich nicht sicher, aber es ist schon ein paar Jahre her, dass ich zuletzt mit Durian konfrontiert war.
JFTR: Ich finde Durian nicht lecker, sondern abstoßend.

Holger Issle · 20. Juni 2007 um 14:11

> JFTR: Ich finde Durian nicht lecker, sondern abstoßend.

An der Stelle gibt es nur schwarz oder weiß, und daß man die andere Ansicht akzeptiert. Schade find ichs trotzdem ;-)

wjl · 21. Juni 2007 um 11:03

Für mich ist Durian auch nicht das Wahre – aber die Malaiien schwören drauf (meine Frau z.B.).

Und das mit dem Herstinken? Hm. Ich kenne beides, hab‘ bei der Durian den Atem angehalten und beim älteren Handkäs ebenso.

Gut, daß wir ’ne Südwestwetterlage haben und der Wind das alles zu den Fischgesichtern (und nach Bärlin) treibt ;-)

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