Seit zwei Jahren bin ich bekanntlich qua Erbschaft wieder im Besitz eines Wochenendhäuschens im Rheingau, genau jenes, welche meine Eltern 1970 mieteten/erwarben und zu dem ich an anderer Stelle noch ein wenig mehr erzählen will, jetzt geht es nur um die Nachtruhe dort.
Es ist nämlich nachts dort so totenstill, dass jedes über den Weg gehauchte Blatt eine infernalische Lärmbelästigung darstellt.
Wie schön ist es dann erst, wenn man eine Familie von Mardern unter dem Dach hat, die nicht nur nachtaktiv sondern vor allem nachtverspielt ist.
Außer in komatösem Zustand (postrieslingisch) ist an Nacht’ruhe‘ schonmal nicht zu denken und die Mittel, einen Marder zu verscheuchen, sind doch sehr begrenzt.
Wie sich das rund um das Fahrzeug darstellt, hat Kathinka gerade erst in ihrem Blog dokumentiert – eine ähnliche Methode scheidet aber für die Dachfläche chez Palais Sparta aus, da man nicht hinkommt. Ich deck nämlich das Dach nicht ab, um Drähte zu verlegen.

Es ist auch nicht das erste Mal, dass die possierlichen (aber erbärmlich stinkenden) Raubtierchen sich dort breit gemacht haben, seinerzeit hatte mein Vater jeden möglichen Eingang mit Mörtel zugeschmiert und an den Belüftungskanten mit Hasendraht ‚verblendet‘.
Nach dem Besuch der besten Tochter von allen, bei dem wir es schafften, die Marder so zu stören, dass sie uns und sich vom nächsten Baum und Dach gleichzeitig gegenseitig ankeiften und -grunzten, hatte ich mir vorgenommen, beim nächsten Aufenthalt – wenn irgend möglich – dem Spuk ein Ende zu bereiten.

Gesagt, getan, am Mittwoch holte ich die Leiter, nachdem ich das Dach an allen Ecken abgesucht hatte und machte mich daran, die offensichtlichen beiden Löcher zu verstopfen. Ein gewisser Erfolg zeigte sich dadurch, dass schon ab hellichtem Nachmittag hektisches Treiben unter dem Dach herrschte.
Ich öffnete den einen Ausgang, der als Eingang quasi nicht verwendet werden konnte und mit einem kleinen Stück Hasendraht blitzschnell verstopfbar war.
Über den ganzen Abend trappelte, grunzte und quietschte es unter dem Dach, die Aufregung war gigantisch. Der @Seb666 war an dem Abend bei mir zu Besuch und hat eine ganze Ecke davon mitbekommen .
Kaum aber war er gegangen, hörte ich deutliche Geräusche vom Schuppen her, die mir klarmachten, dass die Viecher zumindest für den Augenblick das Dach komplett verlassen hatten.
Also habe ich am nächsten Morgen das kleine Ausgangsloch verstopft und tatsächlich herrschte über den ganzen folgenden Abend und die Nacht, die ich mit Kathinka dort verbrachte, himmlische Ruhe unter Dach.

Hoffentlich war es das jetzt auch wirklich und die trickreichen Biester haben nicht doch noch einen Zweiteingang gefunden :-D


sparta

Jede*r anders, alle Drama. Quality misunderstandings since 1963.

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