tl;dr: Randomly connected stuff about the Ramones, Bruce Springsteen and others.

Feiertage stehen ins Haus, also ordentlich einkaufen.
Danach auf’s Sofa und vom Stapel der Geburtstagsgeschenke die DVD greifen, auf die ich mich seit Jahren schon freue.

End of the Century – The Story of the Ramones

Ach Mensch, irgendwie habe ich es nie geschafft, die Ramones live zu sehen.
1981 hatte ich schon die Karte für das Konzert in der Wartburg in Wiesbaden, das dann aber ausfiel – Joey war kurz vorher krank geworden. Das nächste Mal waren sie erst 1989 wieder im Rhein-Main-Gebiet und ich anderweitig interessiert. Vermutlich hab ich es gar nicht mitbekommen.
In meinen Playlists waren die Jungs aus Forest Hills, Queens aber immer präsent, vor allem im Auto – mit Rockaway Beach ins Schwimmbad fahren ist die halbe Erholung.
Damaliger Insider-Tipp: Die It’s alive -Doppel-LP hat eine Laufzeit von rund 53 min. Mit leicht erhöhter Abspielgeschwindigkeit gehen beide Scheiben auf eine Seite einer C90, der Musikwährung der damaligen Zeit.
Gabba gabba hey!

Nicht zu vergessen: Ohne Ramones kein Punk!
Wie sich die Musikszene, immerhin für viele Jahre MEINE Musikszene ohne den Einfluss der Ramones auf Bands wie The Clash, The Sex Pistols und viele andere entwickelt hätte, ist – nein, das will ich mir nicht vorstellen.
Und nicht zuletzt wurde dort in Queens mein Lieblingsoutfit entscheidend geprägt1.
Es folgten die 90er und meine musikalischen Vorlieben erweiterten sich.
Durch The Ghost of Tom Joad wurde ich in späten Jahren sogar noch zum Springsteen-Fan (und -Kenner). Zu meinem großen Erstaunen erfuhr ich, dass Springsteen für die Ramones sogar mal einen Song schrieb – Hungry Heart.
It’s all connected…
Habe ich schon gesagt, dass ich Hungry Heart in der Version von Springsteen genau gar nicht mag? Dass ich es mehrfach live zusammen mit Niedecken hören musste, hat das Trauma eher noch verstärkt2.
Von den Ramones hingegen wäre das Ding sicher großartig gewesen, eine Vorstellung davon kann man bei sich bei Youtube abholen.
Jedenfalls wurde ich an diese ‚Connection‘ erinnert, unter den Outtakes in End of the Century findet sich ein (großartiges) Radiointerview mit Joey, in dem er charmant und witzig Springsteen auf die Schippe nimmt, der (bzw. wohl eher der Manager, Jon Landau) beschloss, das Stück selbst zu veröffentlichen.

Okay, dass Springsteen nahezu omnipräsent ist, fällt nicht gerade unter Neuigkeiten, mit unzähligen Künstlern, die ich bisweilen auch sehr schätze3, gibt es Verbindungen, letztens ist mir das wieder bei den Dropkick Murphys aufgefallen4. Dazu komme ich noch, erst mal wieder zurück zu den Ramones.

Und damit zu Johnny, Joey und Dee Dee, den Gründern der Band (und dem vielleicht kaputtesten Trio, das je eine Ära begründet hat).
Kopf der Band (zumindest nach eigener Aussage) war Johnny Ramone, so ziemlich der letzte Mensch, mit dem ich normalerweise zu tun haben wollte.
Als hochpatriotischer Baseballfan mit einem Faible für Waffen und ausgeprägter Abneigung gegen alles ‚Unamerikanische‘, befürwortete er die Todesstrafe und schloss seine kurze Rede bei der Aufnahme in die Rock ’n‘ Roll Hall of Fame mit den Worten ‚God bless President Bush, god bless the USA‘.

Ein Musterbeispiel für konservative Einstellung, der gute Johnny. :-D
Und ja, weder der Weißkopfseeadler oder der Baseballschläger im Ramones-Logo sind aus Zufall oder gar Satire da.
Dass sich mit dem Punk und in der Folge ein Szenario entwickelte, dass mit ‚konservativ‘ genau nichts mehr zu tun hatte, hat Johnny hoffentlich ordentlich geärgert: Owned :-D
Und während Dee Dee auf alle Fälle viel Drogen im Hirn hatte und gute Songs schrieb (das ging Johnny komplett ab, aber Bauarbeiter sind halt keine Architekten), war Joey eher der kreative Kopf.
Und mal ehrlich: Einen sehbehinderten 1,98-Schlaks mit Zwangsstörungen, der mit dem Gitarristen nicht nur seiner jüdischen Herkunft wegen Stress hatte, sondern auch vom nämlichen die Freundin ausgespannt bekam, muss man einfach gern haben.

Next trivia: Die Wikipedia weiß: Dee Dee Ramone is buried at the Hollywood Forever Cemetery in Hollywood, California, not far from the cenotaph of his former Ramones‘ bandmate, Johnny Ramone. His headstone features the Ramones seal with the line „I feel so safe flying on a ray on the highest trails above“ taken from his song, „Highest Trails Above“, from the Ramones‘ Subterranean Jungle album. At the stone’s base is the line „O.K…I gotta go now.“ A picture of the headstone can be seen in the music video for the Dropkick Murphys song Rose Tattoo from their 2013 album Signed and Sealed in Blood.

It’s all connected…
Und natürlich nicht verwunderlich, dass Rose Tattoo schon bevor ich das wusste zu meinen Lieblingssongs von den Murphys gehörte…

  1. (löchrige) Jeans, Turnschuhe und Lederjacke. Trage ich bis heute.
  2. zum Glück gibt es diese ‚local hero‘-Auftritte kaum noch…
  3. it ain’t all Niedecken
  4. Der Boss singt bei Peg o‘ my heart auf der Going out in style mit, Tim Brennan (g) hat während eines Springsteen-Konzerts seiner Freundin einen Heiratsantrag gemacht, etc.

sparta

Jede*r anders, alle Drama. Quality misunderstandings since 1963.

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