Naja, eigentlich die Drei.
Zumindest bei mir.
Zweimal nämlich.
Kommt noch jemand mit? Nein? Dann seid ihr ungefähr in dem mentalen Zustand, in dem ich den Sonntag und gestern verbracht habe. The great buzzing. Häh?
Was diesen Samstag alles passiert ist, krieg ich kaum beschrieben und wo und wie mit was anfangen. Hm.
Am besten mittenrein.
Ich zeig dir mal ein bisschen was von meinem Kiez‚, sagt sie und auf dem Weg durch einige hübsche Gässchen im Martinsviertel stehen wir auf einmal vor einer Cocktailbar – die über eine Auslage, ein Schaufenster sozusagen, verfügt. Mit kleinen Dioramen und Figuren drin aus einer meiner absoluten Herzens-Animations: Wallace and Gromit.
Die wollte ich dir schon letztes Mal zeigen, aber irgendwie sind wir nicht dazu gekommen.
Bin schon ewig Fan und habe alle Filme und Filmschnipsel über die beiden und ihre Abenteuer gesehen, wenn mein Smartphone klingelt, dann mit der Filmmusik von ‚A Grand Day out‘ usw.

Ich so ‚Oh wie geil, wo haben sie die wohl her?‚ Die Tür steht auf und mit ‚Fragen wir doch einfach.‚ marschiert sie rein. Wohlgemerkt am hellichten Nachmittag, aufmachen tut das Ding eigentlich erst am Abend.
Drinnen findet gerade ein Cocktail-Kurs statt und wir stören offensichtlich, aber…
Irgendwie findet der Wirt Spaß an uns und fragt, wer hier der Fan ist und ich zeige auf. Dann fragt er, wo wir her kommen und geht an das Fenster mit den Figuren. Ich denk so bei mir ‚Cool, ich kann sie mir wohl mal aus der Nähe anschauen‚ – da drückt er mir die eine in die Hand und sagt ‚Das mit dem Hasen passt ja, es ist gerade Ostern gewesen. Schenk ich dir.

Spielzeugfiguren Gromit mit einem Hasen in einem Beutel

Äh. WTF? Ich bin komplett gerockt und weiß gar nicht, was ich außer ‚Danke‘ noch groß sagen soll, wir stören ja auch immer noch den Kurs und werden sehr nett verabschiedet.
Noch einige Zeit kriegen wir uns nicht ein, boah, war das nett. Happy me.
Die Bar heißt übrigens Los Santos und ich kann Euch nur bitten, den Laden leer zu trinken (and say hello for me) – warum wir an dem Abend nicht mehr hingekommen sind, dat krieje mer später.

Pho Tit im Restaurant Cobami in Darmstadt

Vorher hatten wir zuerst den Markt heimgesucht und uns mit Käsekuchen, eingelegten Tomaten und Oliven versorgt. Essen waren wir auch, im Cobami und konnten in der Sonne draußen sitzen. Sehr leckeres Essen und klasse Service.

Dann aber zurück und noch ein wenig ruhen vor dem abendlichen Highlight: Hagen Rether im Darmstadtium. Jörg hatte ihn mir vor Jahrzehnten mal empfohlen und ich hab den Mann dann 2011 oder so live gesehen, seither haben sich ein paar Sachen geändert. Seinerzeit hatte er ein gebrochenes Bein und noch keinen Bart und der Flügel wurde noch gereinigt während der Show. Mehr Bananen wurden auch gegessen und das Programm war kürzer.
Das ist an der Stelle nicht unbedingt besser, denn ich kann ihm bei seinen klugen, teilweise witzigen, aber auch in ihrer analytischen Präzision zutiefst tragischen Auslassungen stundenlang zuhören.
Können sie noch?
Rund vier Stunden (ohne Pause) sind es diesmal 1, das Venue ist nicht ausverkauft und schon zu Beginn bittet Hagen Rether das weiter oben und damit weiter weg sitzende Publikum, doch gerne aufzurücken, das ist sehr nett von ihm und wir genießen, dass wir kaum noch Leute bei uns in der Nähe haben, lautstark kommentieren können und bequemer können wir es uns auch machen. Um ihn genau zu sehen, habe ich sogar mein kleines Fernglas dabei, aber das Sehen ist nicht wichtig. Hören muss eins ihn, das zählt.
Mach mal ein bisschen lauter, Tom.
Von Zylinderkopfdichtungen über aktuelle Politik, vegane Wurst bis hin zur Sixtinischen Kapelle mit Adams Bauchnabel geht die verbale Reise. „Sixtinische Kapelle. Ich war auch noch nicht da, aber kennt man ja. Mein Publikum weiß sowas.

Leute, geht in sein Programm, unbedingt. Er ist permanent auf Tour und die Anreise lohnt sich wirklich.
Die Pause war viel zu lang und ich werde nicht mehr so lange warten, bis ich mir das nächste Mal von ihm die Leviten lesen lasse.
Als wir rauskommen, regnet es leicht und nach 4 Stunden Input der intensiven Art sind wir ein wenig groggy und wollen nur noch heim. Kein Los Santos an diesem Abend für uns, aber wir kommen demnächst vorbei, versprochen.
Groggy wie gesagt. Erschöpft, aber happy. Auf der Tasklist für den Tag fehlt einklich nur noch eins:
KNIFFEL.
Her mit dem Schalke 04-Würfelbecher. Ein bisschen mentale Eistonne tut not.
An dem Abend geht wirklich viel und damit sind wir bei der Einleitung dieses Posts. Als ich beim zweiten Mal würfeln einen Kniffel mit den Dreiern hinlege, fühle ich mich ja schon als King of the Mountain, aber dann würfelt sie auch einen. Fair.
Dass ich kurz danach noch einen zweiten mit den Dreiern hinlege, ist schon unverschämt, aber das Spiel findet seinen gerechten Ausgleich im ebenfalls zweiten Kniffel bei ihr, womit wir in einem Spiel mit zwei Personen und vier Kniffeln schon ganz schön gerockt haben.
Es kann auch nur noch schlechter werden, von daher beschließen wir den Abend nach nur einem Spiel und das war dieser außergewöhnliche Samstag.
Achso: Das Wetter war bis zum Abend einfach spektakulär. Rundherum fantastischer Tag. Danke ans Universum. Hast du gut gemacht.



Fediverse Reactions

Show 1 footnote
  1. und wir sind dann auch die letzten, die den Saal verlassen…

sparta

Antifascist. He/His. Get vaccinated. Wear a mask. Jede*r anders, alle Drama. Quality misunderstandings since 1963. Change is constant.

2 Kommentare

Random Weirdo · 14. April 2026 um 16:07

@donsparta Ach, das liest sich wirklich schön! Es freut mich so sehr für dich, dass es aufwärts geht und du so ein schönes Wochenende hattest 😊

    sparta · 14. April 2026 um 18:22

    Danke. Ja, es fühlt sich besser an, der emotional turmoil ist hoffentlich überstanden und als nächstes stehen dann erst wieder die Laborwerte in ein paar Wochen an.

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