„April is the cruellest month…“ lautet eine Textzeile in T.S. Eliots „The waste lands“. Ich hoffe sehr, dass das nicht zutrifft und es nicht mehr schlimmer kommt als im Februar. Zumindest was meine mentale Stabilität angeht, denn am letzten Wochenende war ich tatsächlich das erste Mal in meinem Leben ernsthaft an einem Punkt, dass ich wirklich gar nicht mehr wollte. Und ich formuliere das mit Absicht nicht genauer.
Wenn ich ansonsten durch die Fotos gehe, die ich diesen Monat gemacht habe – was ich immer für jedwede Art von Rückblick mache – ist da wenig Auffälliges. Ich hab gutes Essen für Kim und mich gekocht, war mit Jenny im Arboretum spazieren, nachdem die Sonnensuche auf dem Feldberg scheiterte und habe mit Silke einen wunderschönen Tag in Darmstadt verbracht, im Landesmuseum, im Café, bei Schach und Backgammon.
Kurz noch am Samstag bei den Schwiegers vorbeigeschaut. Kims Mom hatte eine leichte Erkältung, wurde uns mitgeteilt. Alles war geruhsam und schön angerichtet für den Trip nach Berlin, für das Konzert von Kensington, auf das ich mich schon eine Ewigkeit freue und den Geburtstag am darauffolgenden Dienstag. Anfahrtspläne mit Katrin waren schon geschmiedet und auch dass der niedlichste Hund von allen jetzt mitkommen musste, weil sie sich in der Hundepension nicht wohl gefühlt hatte, war kein Problem.
Dienstag haben wir final ohne Stornomöglichkeit das Hotel gebucht.
Mittwoch morgen war mein Kehlkopf so stark entzündet und angeschwollen, dass ich befürchtete, zu ersticken. Auch wenn Cortison kurzfristig Besserung brachte, war doch dann letztlich keine Chance, die Reise durchzuführen und ich bin in ein so tiefes Loch gefallen wie noch selten in meinem Leben. Der einsetzende Husten raubte mir die Nächte, bzw. das, was Jenny psychotischer Nachbar noch davon übrig gelassen hatte. Die Frustration, noch verstärkt durch die Medikation meiner Therapie, hat mich beinahe über die Schwelle gekippt.
Die folgenden Tage habe ich dann allsamt im Bett verbracht, entweder die Seele aus dem Leib hustend oder vor Verzweiflung heulend. In der Regel beides gleichzeitig und nein, das ist kein schöner Zeitvertreib.
Dazu kamen dann noch ein paar Kommunikationsprobleme und fertig war die Depressionssuppe.
Gebessert hat es sich erst zum Monatsende hin, allerdings waren die Tage und Nächte in meiner kleinen Höhle, die ich ‚Maschinenraum‘ nenne, auch schon ganz okay.
Es ist sehr kuschelig da und wenn niemand außer mir da pennt, bin ich mit dem großen Sofa fein bedient und kann alles in Reichweite halten, Medis, Rechner und jeglichen Kleinkram.
Der oben angesprochene Geburtstag hat schon eine Wende eingeleitet, wir haben gut kommuniziert und tags drauf dann auch lang am Telefon gesprochen. Mit Gelassenheit kommt auch körperliches Wohlbefinden, in der Nacht zum 25.2. habe ich fantastisch und lange geschlafen, gefühlt das erste Mal seit Wochen. Draußen blüht es in einer Ahnung von Frühlingswärme.
Kim hat ein paar sehr schöne Begriffe geprägt, wir haben uns über Winterfreunde und Sommerfreunde unterhalten. Ganzjahresfreunde gibt es auch. Aber darüber schreibe ich mal separat. Uns ist aufgefallen, dass mit dem ganzen Stress, den wir haben, finanziell und gesundheitlich, es seit weit mehr als ein paar Monaten Winter ist. Gefühlt dauert der Winter schon einige Jahre.
Von daher tut nicht nur jahreszeitlich Frühling not. Sondern auch in allen anderen Bereichen.










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