Vienna calling

Ich bin gespannt, ob ich auch mal im Sommer hierherkomme, bisher war es entweder später Herbst oder ordentlich Winter, so wie jetzt.
Knackig kalt, aber kein Schnee mehr auf den Straßen – dafür aber jede Menge Split auf den Gehsteigen, was es mit einem Rollkoffer sehr mühsam macht. Alle paar Meter bleibt ein Steinchen hängen und verklemmt die Rollen.

Die Gleichung ‚Rollkoffer + Behinderung = akzeptabler Aufwand‘ geht also nicht auf, aber ich habe die Rechnung ohne David gemacht, der überaus zuvorkommend mir die Kofferlast weitgehend abnimmt. Und sich eh einen Haufen Mühe macht und mir sogar eine SIM fürs Handy zur Verfügung stellt und ein Karte für die Öffis (vom Abholen am Flughafen mal ganz ab…)
Nach einem Zwischenstopp bei David lande ich am frühen Nachmittag im Hotel, welches wir von der falschen Seite angelaufen haben.
Zu lustig.
‚Hier ist die 61, dann ist die 65 (Hausnummer vom Hotel) gleich ums Eck.‘
Aber so einfach machen sie es uns nicht.
Auf die 63 folgt die 63a.
Okay.
63b nehmen wir auch noch hin – jedesmal ein großes Stadthaus von einigen Metern Länge, wohlgemerkt. Bei 63c finden wir es noch lustig.
Ab 63e haben wir Gegenwind und ab 63f reduziert sich der Spaß dramatisch.

Zuguterletzt erreichen wir aber tatsächlich die 65 mit der Erkenntnis, dass wir uns dreiviertel des Weges hätten sparen können, wenn wir gleich andersherum gegangen wären, aber immer schlauer siehe hinterher…
Das Hotel überrascht in jeder Hinsicht, hauptsächlich positiv. Die Rezeption ist unter dem Dach, dafür sind die Zimmer weiter unten, ulkig das. Das Zimmer ist riesig, mit Badewanne und großem Fernseher ausgestattet und vor allem: Steckdosen. Alles voll davon, das ist sooo klasse, wenn man wie ich mit mehr Ladegeräten als T-Shirts unterwegs ist.

Zum Mittagessen schlägt David ein nepalesisches Lokal in unmittelbarer vor, in dem wir preiswertes Buffet mit ausgezeichnetem Essen in extra schnuckeliger Atmosphäre vorfinden. Dann Mittagsschlaf, ich habe doch wenig gepennt die Nacht zuvor.
Danach ausgiebiges Kommunizieren mit Kathinka, Hermann, David und Dany,
WLAN im ganzen Hotel, vor der Tür meines Zimmers klebt ein WRT54GL an der Wand, so dass ich auch mit einem langen Ethernet-Kabel Internet haben könnte *g*.
Die Freewave-Hotspots gibt es überall in Wien, auch im abends dann aufgesuchten Crossfield’s Australian Pub klebt das Zeichen an der Tür und nach kurzer Anmeldung auf der Webseite hat man kostenlosen Zugang.
Feine Sache das und wieder etwas, wofür ich die Österreicher beneide.
Bei ‚uns‘ nehmen sie teilweise so abartige Summen für WLAN-Nutzung…

Also Crossfield’s am Abend. Hermann hat angedeutet, vielleicht noch vorbeischauen zu wollen/können, das hat aber nicht geklappt. Kein Problem, saufen David und ich unsere Foster’s Pitcher halt alleine. Und amüsieren uns mit dem dort jeden Dienstag stattfindenden Ratespiel, bei dem wir für die größere Familie am Nebentisch als Tippgeber und illegaler Internet-Nachfrager fungieren…
Hat schon was, wenn nach einem Land gefragt wird, zu dem eine gewisse Münze gehört und ich nach kurzem Check mit meinen Facebook-Photos nachweisen kann, dass ich das Wat Arun nicht nur richtig identifizieren kann, sondern schon selbst davor stand :-)
Danach reicht es noch für ein finales Rettungsbier bei David daheim, bevor ich um kurz nach 12 in die (Hotel-)Kiste falle.

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