Ubuntu und der Wolpertinger

So lässt sich die das neue Ubuntu einigermaßen stilsicher übersetzen, der ‚Jaunty Jackalope‘ (Ubuntu 9.04) ist ein ‚Lebhafter Wolpertinger‘ – Jackalopes sind Fabelwesen.
Das hätte mir Warnung sein sollen, als ich nach einem schönen Tag voller lustiger Installiererei auf die Idee verfiel, jetzt könne ich doch eigentlich mal ein Upgrade meines Ubuntu (8.10) auf dem Notebook machen.

Angefangen hatte alles viel einfacher. Zum wiederholten Male habe ich mich gefragt, ob mein Notebook (Asus S37E) jetzt überhaupt Bluetooth onboard hat. ‚lsusb‘ liefert dazu nichts, außer einer ID (Bus 003 Device 002: ID 147e:2016), die mir aus dem Stand nichts sagte.
Tante Google angeschmissen – richtig, das ist der Fingerabdruckscanner, den das S37E ja auch hat und der seinerzeit ebenso wie die mittlerweile funktionierende Webcam hardwaremäßig nicht unterstützt wurde.
Hurra! Neues Spielzeug, gleich mal schauen, ob man mit dem jetzt nicht was anfangen kann.

Man kann. Es gibt ein Projekt, welches sich auch diesem speziellen Scanner verschrieben hat und nachdem ich nur 431 cryptische lib++schiessmichtot-2.11 nachinstalliert habt, lief dann auch das ‚configure sauber durch (das ist ja etwas, was ich hasse wie die Pest, gebt mir einfach hypche .deb-Packages und Ruhe ist), tatsächlich – der Scanner tut. Er schmeißt ein paar Segmentation faults raus und entweder bin ich beim Scannen zu schnell oder zu langsam, aber es tut. Prinzipiell.

Irgendwo stolpere ich aber über eine Beschreibung von Ubuntu 9.04, bei der es unter der Gnome-Beschreibung heißt:

Integration von Fingerabdrucklesegeräten
GNOME 2.26 integriert nun den Fingerabdruckdienst fprintd, um es dem Anwender zu ermöglichen, sich mit einem einfachen Fingerabdruck zu authentifizieren und anzumelden.

Ja dann. Machen wir doch mal ein Upgrade.
Das geht wie immer bei Ubuntu – schnell und problemlos.
Neustart.

Jetzt wird’s lustig. Der Desktop ist weg (das Hintergrundbild ist aber noch da), das Dock lässt sich nicht mehr einstellen und Thunderbird hakt. Außerdem fährt er nicht mit dem 2.6.28-11er Kernel hoch. Hm.
Beim Thunderbird war die Version gesperrt, das ist schnell geregelt, um das Dock kümmere ich mich später und das mit dem Kernel regele ich im Startupmanager, dafür hat man den ja.

Hätte ich doch bloß…
Ich Ausnahmetalent habe es nämlich geschafft, die ‚Werkseinstellungen‘ zu reaktivieren, die sich leider auf eine Version und den entsprechenden Kernel beziehen, der schon längst nicht mehr auf dem Rechner ist. *seufz*
Also eine 9.04-CD gebrannt und drüberinstalliert, ist ja nicht wirklich ein Problem.
Damit geht soweit alles, die Programme müssen halt alle nachinstalliert werden, das dauert ein wenig, aber es bleibt schonmal viel Zeit, um die neuen Features in 9.04 zu genießen – das System bootet erheblich schneller als vorher und ist optisch wirklich ein Sahneschnittchen.
Zusammen mit der neuesten Cairo-Dock-Version ist das Notebook jetzt auf dem neuesten Stand und macht wieder eine Menge Spaß – auch wenn die Desktop-Einbindung erst nach einmaligem Aufrufen des Dateimanagers voll funktioniert. Das kriege ich aber auch noch hin.

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