The Devil’s Floorshow

Januar 1983.
Korrekte Musikzeitschriften (New Musical Express / Melody Maker u.ä.) gibt es in Wiesbaden nur am Hauptbahnhof und dort erstand ich in besagtem Monat eine Ausgabe des MM vom 15.1.83.
#ausgründen habe ich diese noch 33 Jahre später und massiv zerfleddert im Bücherregal.
Wegen Seite 10 nämlich.
sistersofmercy_nme
1983 hatte ich noch nie von der Band gehört. Aber gefallen haben sie mir schon aufgrund des Artikels, wozu das riesige1 Bild von Andrew Eldritch sicher beigetragen hat.

Binnen kurzer Zeit dann die ersten Songs zusammticket1984engesucht, der entsprechend interessierte Freundeskreis konnte immer zügig liefern.
Kiss the carpet, Lights, Body electric – nicht lange und die Sisters liefen bei mir rauf und runter.
1984 dann das erste Konzert in der Batschkapp und 1985 das zweite.

Nebel. Viel Nebel. So viel, dass man die Musiker kaum erkennen konnte.
Dazu die hypnotischen Beats von Dr. Avalanche und Andrews Bassbariton dazu…

Perfekte Unterhaltung.

In den Jahren danach war ich generell wenig auf Konzerten, aber bekanntlich ist es ja selten zu spät, also nun, 30 Jahre später…

Die (neue) Batschkapp ist ausverkauft und nach einer kurzen Vorgruppeneinlage gehen um kurz nach neun die Nebelmaschinen auf volle Leistung.
„I don’t know, why you gotta be so undemanding, one thing I know, I want more“

Verändert hat sich hauptsächlich das Outfit von Andrew, die Zeiten von langen schwarzen Haaren und Lederjacke sind passé. Licht, Nebel und Dr. Avalanche (*g*) aber sind nahezu gleich geblieben.
Geänderte Arrangements gefallen gut – Amphetamine Logic ist schneller, was dem Song gut tut und der Gitarrist lehnt sich stilistisch auffallend an Rammsteins Richard Kruspe an. Das schadet aber auch nicht und macht an einigen Stellen richtig Druck – die Auswirkungen auf das Publikum halten sich allerdings im Rahmen.
„Die stehen ja alle nur rum und tanzen nicht…“
„Willkommen bei einem Sisters-Konzert!“

Okay, es ist eines der Konzerte, bei dem ich den Altersdurchschnitt mal nicht signifikant hebe, aber sooo gebrechlich wirken die meisten jetzt auch nicht. Egal, wir haben Spaß und genug Raum, um uns wenigstens ein bisschen zu bewegen.

Der erste Zugabenblock schließt mit Vision Thing und die Stimmung ist prächtig. Mit Temple of Love und This Corrosion enden dann zwei schöne Stunden. „Das war definitiv eines der besseren Sisters-Konzerte.“ sagt Stephan und er muss es nun wirklich wissen.

Setlist Sisters of Mercy, Batschkapp Frankfurt, 16.03.2016

More
Ribbons
Crash and Burn
Doctor Jeep / Detonation Boulevard
Body Electric
Amphetamine Logic
Alice
We Are the Same, Susanne
Marian
Arms
Dominion/Mother Russia
Summer
Jihad
Valentine
Flood II

Zugabe 1
1959
Lucretia My Reflection
Vision Thing

Zugabe 2
First and Last and Always
Temple of Love
This Corrosion


 

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  1. Der NME hat Tageszeitungsformat

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