Sommerloch

Wie ein Fernsehprogramm komme ich mir derzeit vor, nicht Neues passiert (was ja zweifellos nicht nachteilig ist, ‚interessant‘ hatte ich schon genug…) alles wiederholt sich, schließlich ist es Sommer. Richtig Sommer seit heute mal wieder, Temperaturen über 30° und mit den Füßen in der Zinkwanne oder dem Mörtelkübel (für Sven: Schbeisbitt ;-) ) lässt es sich gut aushalten. Dazu ein gutes Buch, das abendliche Grillen in Aussicht – so sieht der Urlaub zuhause richtig nett aus.
Gutes Buch, ja…
Derzeit lese ich auf Empfehlung meines Schwiegervaters ‚Norwegian Wood‘ von Haruki Murakami, hm, geht nicht wirklich an mich.
Bücher, in denen wirklich alle einen mehr oder minder großen Schatten haben, sind für mich unrealistischer als so mancher Fantasy-Roman.

Im vorliegenden Fall mag es an den Japanern liegen, aber es ist schon eher schräg. Obwohl, Fantasy-Roman, Kathinka liest derzeit die deutsche Version von ‚A song of ice and fire‚, dem epischen Machwerk von George R.R. Martin, welches hauptsächlich damit glänzt, dass in ihm liebenswerte und genau charakterisierte Personen sang- und klanglos weggemetzelt werden, um hydragleich einer Fülle neuer Persönlichkeiten Raum zu geben (die englischen Ausgaben finden sich ebenfalls bei uns, ich kenne das Ding schon eine Weile, irgendwie ist die Faszination, die von solchen schier endlosen Sagen- wie zum Beispiel auch ‚Der Dunkle Turm‘ von Stephen King – ausgeht, nicht zu bestreiten…).
Theoretisch kann der gute George das Ding wohl noch bis ans Ende aller Tage schreiben, mein Hauptkritikpunkt an der der ganzen Geschichte ist aber folgender:
Die Welt der Protagonisten ist eine mittelalterliche, Schwerter (keine Kanonen), Morgensterne, Edelmut, Fressen, Saufen und Turniere.
Mit einer Tradition von mehreren tausenden von Jahren.
Also einer Zivilisation, die völlig verblödet sein muss, irgendwie, denn sonst hätten sie in den mehreren Tausenden von Jahren ja schon längst die Teflonpfanne oder wenigstens den Eierkocher erfinden können. Stattdessen kloppen sie sich seit Ewigkeiten mit Geräten, an die der Mensch in der Realität nur ein paar Jahrhunderte verschwendet hat, bevor er beschloss, sich mit der Kalaschnikov doch viel zielführender ausrotten zu können.
Okay, geklappt hat das mit dem Ausrotten noch nicht, deshalb kann der George ja auch noch weiter Bücher verkaufen, aber mir gefallen Sachen wie ‚Otherland‚ von Tad Williams sehr viel besser, irgendwie steckt da IMHO mehr Hirn und Imagination dahinter. Der Doppel-R-Martin liefert halt doch nur ein Prinz-Eisenherz-Cover in Prosa ab…

1 Antwort

  1. Kathinka sagt:

    Naja, wie soll man Fantasy-Romane schreiben, wenn es schon Eierkocher gibt? Fantasy macht nun mal aus, dass die Leute mit Schwertern rumhantieren, auf Drachen reiten und manchmal noch ein bisschen zaubern. Wenn sie das dann mehrere 1000 Jahre machen, kann ich damit leben, auch bei Tolkien sind sie ja irgendwie auf dem Entwicklungsstand stehen geblieben. Und ich mag nun mal Fantasy, auch mit dummen Völkern. ;-)

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