Piiiieeep

Träume sind bisweilen komisch. Man wähnt sich auf einem Liegestuhl an der Riviera, die Wellen plätschern, Traumfreunde sind um einen herum verstreut… *Piiiieeep*
Aus den Tiefen schlaftrunkener Illusion schwimme ich gaaaaanz langsam Richtung bewusste Wahrnehmung, vorsichtig öffne ich ein Auge (das linke, die rechte Seite ist noch an der Riviera) und realisiere Dunkelheit. Nachtschwarz. Warum werde ich wach? *Piiiieeep*
Eine fürchterliche Ahnung beschleicht mich. Das ominöse Geräusch scheint doch kein rostiger Liegestuhl oder eine Klingel am Strand gewesen zu sein, sondern existiert real in unserem Haus. *Piiiieeep* Und zwar alle 60 Sekunden.
Lautlose Verwünschungen, an die Sicherheits-Industrie adressiert, stellen sich von alleine ein, während ich noch halbblind und mich an den Strand zurückwünschend ins Treppenhaus trete, wo *Piiiieeep* einer unserer Rauchmelder gerade mitteilt, dass er im Dunklen Angst hat (oder, wahrscheinlicher: dass seine Batterie gerade in den letzten Zügen liegt).

Batterieversorgte Rauchmelder sind für die Baufirma eine bequeme Art, sich um eine aufwändige unterbrechungsfreie Stromversorgung zu drücken, schließlich ist die Baufirma ja nicht mehr da, wenn die Dinger IMMER UND AUSSCHLIESSLICH MITTEN IN DER NACHT ihres Safts verlustig gehen.

*Piiiieeep* Okay, solches Sinnieren ändert nichts, der Kleine schreit immer noch. Mittlerweile stehe ich vor dem Melder im ersten Stock, der war’s aber nicht.
Merke: Es ist nie der Melder, vor dem du zuerst stehst, sondern der, zu dem du dann nicht hingehst.
Behinderungsgerecht mache ich mich also ins Erdgeschoss auf. Kathinka ist inzwischen auch wach, wir danken der Rauchmelderindustrie für ihren Einsatz *Piiiieeep* Sagte ich schon, dass es 3 Uhr in der Früh ist? Ich muss mich wirklich beherrschen, wir haben so schöne kräftige Hämmer und Fäustel im Keller, ein kurzer Furor und nichts piept mehr…

*Piiiieeep* Der im Erdgeschoss ist es nicht. Aber Kathinkas Baby, der Melder im Dachgeschoss, ist als Schuldiger entlarvt. Wenigstens etwas.
Abschrauben.
Denkste, der ist viel zu hoch angebracht.
Leiter holen (steht zum Glück in der Nähe)
Abschrauben.
*Piiiieeep*
Ja, der ist es.

Hähähä, Batterie raus. Ende. Ruhe. Sollste mal sehen.

*Piiiieeep*

Aaaaaaaaaaaaaaaaaa. Der schreit ja auch ohne Batterie…
*pip* Aber nicht lange.
*p…* Endlich.

Weiterschlafen.
Morgen früh werden vier neue Batterien gekauft, damit wieder für 2,5 Jahre Ruhe ist.
Bis es dann irgendwann mitten in der Nacht wieder

*Piiiieeep*

heißt…

6 Antworten

  1. Fahnenträger sagt:

    Da hilft wohl nur eins: Die Batterien turnusmäßig nach 24 Monaten tauschen. Tagsüber. Dann wecken euch die Dinger nur noch, wenn sie wirklich im Dunst stehen.

  2. sparta sagt:

    Guter Plan.
    Ich glaube, den hatte ich auch schon mal.

    Vor 30 Monaten oder so… *g*

  3. Fahnenträger sagt:

    Macht Nägel mit Köpfen. Investier die zwei Euro in weitere Batterien, dann schnapp dir Schrauberli und Tritthocker und versorg die anderen beiden Melder.

    Dann mach dir nen Knoten ins passende Taschentuch. Das wichtigste überhaupt, aber du bist da sicher besser organisiert als ich das bin.

    Da fällt mir ne super Gedächtnisstütze ein: Gibts ein Fahrzeug das in nem passenden Monat (und alle 24 solcher) dem TÜV vorgeführt werden muß?

  4. sparta sagt:

    Das Fahrzeug gibt es (noch) nicht, aber der Tipp ist wirklich sehr gut.
    Ansonsten sind die Batterien schon beschafft (9V, man darf sich ja sonst nichts gönnen, also 12 Euro insgesamt) und eingebaut.

  5. Fahnenträger sagt:

    Langsam wird es wieder Zeit, einem unnötigen nächtlichen Wecken vorzubeugen.  ;-)

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