Namibia 2011 – Teil 8 (final part)

 

13.04. The children of Ombili
Das Frühstück ist soviel toller als die lieblos zusammengestückelten Boxen vom Vortag, es gibt sehr gutes Brot, einiges an Wurst, Gurken und Zwiebeln. Wir sind richtig traurig, die tolle Farm verlassen zu müssen, aber der Weg führt uns zur Ombili-Stiftung nahe Tsumeb, wo wir von Sophia und Florian durch die Anlage und die angeschlossenen San-Dörfer geführt werden.
Der Fototermin mit den Kindergarten-Kindern artet zu einer Niedlichkeits-Schlacht sondergleichen aus, jeder möchte am liebsten eins oder mehrere der Kids mitnehmen :-)
Florian aus Nürnberg ist ein guter Erzähler und Erklärer, es macht viel Spaß, an seiner Begeisterung teilhaben zu dürfen. Die dort ansässigen San, die ursprünglichsten der Buschleute, stehen als Bevölkerungsgruppe auf der untersten Respekt-Stufe, was in einer Hinsicht deutliche Vorteile hat: Kein einziger Aids-Fall ist dort bekannt1, da sich niemand mit den San einlässt.
Die Ombili-Stiftung ist ein beeindruckendes Konzept und die Arbeit, die Leute wie Florian oder Sophie vorort leisten, empfinden wir als sehr unterstützenswert, weswegen wir auch definitiv in dieser Richtung tätig werden. In dem San-Dorf ist die Art des Umgangs mit Touristen deutlich anders als noch im Himba-Dorf bei Gelbingen – es ist keine Zurschaustellung, sondern es ist mit den Buschleuten abgesprochen, dass in dem Dorf Touristen sein dürfen, es gibt aber kein Posieren für Bilder und Anerkennung in Form von finanzieller Zuwendung funktioniert so, dass die Stiftung z.B. Schnitzereien der San kauft und in einem wohltuend zurückhaltenden Shop weiterverkauft. Unsere Gruppe zeigt sich sehr spendierfreudig (zu Recht), die Arbeiten sind aber auch überaus putzig. Wir bleiben viel länger als geplant, aber fallen nach dem ersten Geldabheben nach Tagen in Tsumeb in den Biergarten ein.
Dort schaffe ich Dussel es tatsächlich, meine VISA-Karte zu vergessen (beim Bezahlen im Biergarten), weshalb ich von Gustavs Handy in Otjiwarongo eilends bei der DIBA anrufe, um das Ding sperren zu lassen. Das funktioniert zum Glück problemlos, kostet nur 70 N$ an Telefongebühren :-/.
Mittlerweile regnet es mal wieder und wir genießen einen spontan organisierten Sundowner mit Regenbogen unter der Heckklappe des Busses mit unserem Amarula :-)
Ankunft bei der Waterberg Guest Farm ist leider erst wieder weit nach Sonnenuntergang, so dass wir die schöne Anlage nicht wirklich genießen können. Dafür ist das Essen sehr gut, die Rindersteaks sind genau auf den Punkt. Die Eigentümer sind eigentümlich und nicht nach meiner Couleur.
Ihre niedlichen Hunde (Jack Russel Terrier und vor allem die riesigen Rhodesian Ridgebacks, der Welpe mit den riesigen Pfoten erobert unsere Herzen im Sturm) machen aber einiges wieder wett. Als Digestif gibt es Kaktusfeigenschnaps und Grappa, das erste Mal halten wir mit Lesen einen Abend bis halb elf durch, bevor wir gut und fest schlafen.


 

14.04. Towards the end
*Platsch*
Stimmen draußen: „Das ist doch ganz schön kalt…“
War das Michi, der da um kurz vor sieben in den – ziemlich unmittelbar vor unseren Zimmern gelegenen – Pool gehüpft ist?
Tatsächlich.
Diese gute Idee muss ich natürlich klauen und ebenso in den wirklich nicht gerade großartig beheizten Pool ’springen‘ – schöne Erfrischung. Frühstück ist okay, nichts besonderes.
Wir haben noch eine Wanderung am Fuß des Waterberg, mit einheimischem Guide. Okay, wir sehen viele Spinnen. Dafür musste der ‚Walk‘ extra bezahlt werden, das ist neu, sollte nämlich alles im durchaus deftigen Reisepreis enthalten sein. Dafür ist die Rechnung ein wenig höher, das Essen und die Drinks sind am obersten Rand unseres Reisespesenschnitts. Egal, die Waterberg Guest Farm hat bei uns eh keinen Bonus. Da wundert dann auch nicht, dass der Guide hochgradig maulfaul ist und für den Rundkurs eh nicht nötig gewesen wäre. Gustav sagt jedenfalls mehr und Aufschlussreiches, bleibt beim Reden aber gerne stehen, weswegen alles ein wenig länger dauert :-)
Zurück auf der Farm halten wir die Füße noch in den Pool, heiß ist es nämlich heute.
Dann geht es über Teerstraßen nach Okahandja, wo wir den dortigen Kunstmarkt besichtigen wollen. Leider fängt es a. in dem Augenblick zu regnen an und b. sind die Verkäufer aufdringlich wie in einem arabischen Bazar, wir brechen das Unterfangen lieber gleich ab. Okay, in dem Tag ist ein wenig der Wurm, aber das ficht uns nicht an, wir haben gute Laune, schon soviel gesehen und erlebt, da kann es ruhig mal ein wenig langweiliger zugehen. Eine gewisse Reisemüdigkeit ist nicht zu verhehlen. Irgendwann ist die Aufnahmekapazität auch mal erschöpft.
Wir fahren gemütlich bis in den Nachmittag zum Trans-Kalahari-Inn auf halber Strecke zwischen Windhoek und Flughafen. Dort hängen wir gründlich ab und im Pool rum, bis es an das große gemeinsame Abschiedsessen geht – was ausnehmend lecker ist, aber leider auch durch Abwesenheit mancher Weine und Gerichte von den jeweiligen Karten glänzt…


 

15.04. Goodbye Namibia
Noch einmal groß shoppen in Windhoek, die letzten Souvenirs werden besorgt und nach einem denkwürdigen Mittagessen (wenn man glaubt, der Service könne nicht schlechter werden, muss man Ester aus dem Café am Zoopark anstellen), bei dem es dann sogar hagelte (!), fahren wir früh zum Flughafen – glücklicherweise hatten wir uns schon am Vorabend eingecheckt, alles läuft einigermaßen gut.
Wir heben mit leichter Verspätung ab, den Kopf voller Erinnerungen, die Taschen voller Beweise und nach einem kurzweiligen Flug hat uns um acht Uhr am 16.04. morgens unser Häuschen wieder…

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Show 1 footnote

  1. Die Infektionsraten in Namibia sind erschreckend, vgl. http://en.wikipedia.org/wiki/HIV/AIDS_in_Namibia

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