Namibia 2011 – Teil 5

 

06.04. Throwing money
Das frühe Aufstehen ist leider schon zu sehr Routine, auch an einem freien Tag wie diesem ist die Nacht für uns schon um kurz vor sieben zu Ende.

Nach dem Frühstück ziehen wir mit Asta zum Shopping los, außerdem will Kathinka in die Kristall-Galerie, eine Ausstellung von Quarzen und Halb- oder Gar nicht-Edelsteinen.
Ich lege mir ein Springbock-Fell zu, das bestimmt prima zu der Kuh in unserem Wohnzimmer passt (Update: Im Herrenzimmer liegt es noch besser. Ob ich vielleicht doch einen Elchkopf an die Wand…)
Die Kristall-Galerie ist sehr beeindruckend und man kann sich in einem Teil kleine Steine selbst in Tüten zusammenstellen, woran ich Kathinka und Asta für fast eine halbe Stunde verliere, während ich mir die faszinierenden Platten aus Pietersite anschaue und beschließe, Kathinka eine davon zum Geburtstag zu schenken, auch wenn die Dinger nicht gerade billig sind.
Die Farben und Einschlüsse sind aber so einzigartig und in dieser Form gibt es das Material NUR in Namibia, es ist also wahrlich einzigartig.
Kathinka entscheidet sich genau für die Platte, die ich auch favorisiert hatte, unser Geschmack ist also immer noch weitgehend identisch und wir freuen uns beide darauf, einen schönen Platz dafür in unserem Haus zu finden.
Mitbringsel werden eingekauft und wir laufen alle Sträßchen und die vielen Touri-Läden ab.
Frühschoppen im Brauhaus lässt unseren dampfenden Füßen eine kleine Ruhepause zukommen.
Verpflegung für das morgige Picknick holen wir noch, dann geht es zum Lunch in das Village Café, das Wolfgang Decker uns empfohlen hat – ein toller Tipp, die urige Kneipe bringt uns mit ihren vielen witzigen Schildern und Aufschriften permanent zum Lachen und das lockere Personal macht auch viel Spaß.
Wir essen gut und billig (oder auch viel zu viel, gell Kathinka?) und gehen danach für ein Päuschen ins Hotel. Dann kommt die Sonne raus (am Vormittag war es eher diesig), wir besteigen den Turm im Woermann-Haus und schauen uns Swakopmund von oben an.
Naja.
Nach kurzer Beratung in der Apotheke entschließen wir uns, die Malaria-Prophylaxe für den Aufenthalt im Etosha-Nationalpark durchzuführen, dort hat es zuviel stehendes Wasser, als dass wir die Gefahr ignorieren können.
Dann folgt die nächste Runde Shopping, bis wir uns von der dann wiedervereinten Gruppe absetzen und im Hotel bis zum Abendessen die Füße hochlegen.
Abendessen.
‚Zur Kupferpfanne‘.
Mein Impala-Steak ist eine der besten Mahlzeiten, die ich je hatte und auch Kathinkas Springbock-Medaillons sind sehr exquisit.
Massiv vollgefressen und zum Abschluss verobstlert gehen wir gegen zehn zurück, die Truppe ist sehr ausgelassen und selbst die Witze, die zum Schluss erzählt wurden, waren durchaus niveauvoll und gut :-)
Noch ein wenig chatten und dann schlafen, morgen geht es weiter zu den Robben und zur Spitzkoppe.


 

07.04. Seals and stones
Der Tag beginnt mit einer gewaltigen Verzögerung, weil ein Radlager am Anhänger kaputt ist und schon gefressen hat, was die Achse terminal beschädigt hat.
Reparaturversuche ziehen sich ewig, enden aber ergebnislos, so dass ein neuer (oder der reparierte) Anhänger nachgeliefert werden muss, mit Teilen des Gepäcks und einem Großteil des Trinkwassers.
Wir kriegen aber dann doch alles Gepäck mit in den Bus und das hektische Umpacken wichtiger Utensilien in die Rucksäcke wäre völlig unnötig gewesen.
Kathinka war derweile mit WanderLAN beschäftigt und versuchte, die Aktualisierungen bei ihren iPad-Apps durchzuführen, fand aber das WLAN nur selten.
Dann geht es aber doch mit rund anderthalb Stunden Verzögerung los und wir machen uns auf den Weg zum Cape Cross und der dortigen Robbenkolonie. Selbige beeindruckt nicht nur wegen der vielen Tiefe, sondern vor allem, was den Geruch angeht.
80.000 – 100.000 Robben auf einem Fleck, von denen auch einige verenden und verwesen, machen doch einen gewaltigen Gestank, aber das ist nachrangig angesichts des Schauspiels, was sich uns bietet. Säugende, dösende, schwimmende und kämpfende Tiere an jedem Eck und End, die Fotoapparate glühen.
Wir müssen aber Zeit aufholen und verabschieden uns nach einer halben Stunde von den Robben Richtung Inland und damit zur Spitzkoppe, dem ‚Matterhorn‘ Namibias.
Dort wartet eine fantastische Granitbrocken-Landschaft auf uns und wir machen unser (leicht verspätetes) Mittagspicknick in dieser umwerfenden Kulisse. Ein kleiner Spaziergang zu einem unweit davon gelegenen Arch führt uns einem rollenden Hotel und wir kommen in ein kurzes Gespräch mit den mitreisenden Studenten, die eine Studienreise nach Namibia von der geologischen Fakultät der Münchener Uni unternehmen. Toll gefärbte Agamen (Siedleragamen mit knallroten Köpfen und ebensolchen Schwänzen) leben dort  sowie interessante Eidechsen mit Feuersalamander-Färbung :-).
Die dunklen Wolken über unserem Ziel werden sich erst in der Nacht entladen, aber wir schauen schon ein wenig sorgenvoll auf die dunkle Wand, auf die wir uns zubewegen.
An der Ameib Ranch angekommen, haben wir nur wenig Zeit für unser nach Putzmitteln stinkendes Zimmer (wiederum riesig, mit ewig langem Weg zum Bad) – es geht gleich weiter zum Sundowner bei ‚Bull’s Party‘, ein grandioses Erlebnis inmitten riesiger Granitbrocken, die teilweise von der untergehenden Sonne angestrahlt in einem fantastischen Rot-Ton leuchten.

Kathinka gefällt der Weißwein und ich kriege ein großes Windhoek Draught, dazu Häppchen – ein erstklassiger Event, wir sind begeistert. Auf der kurzen Rückfahrt spielen ein paar Löffelhunde im Scheinwerferlicht – total putzige Kerlchen, leider ist es viel zu dunkel zum fotografieren…

Das Abendessen ist dann eher langweilig und unspektakulär und wir gehen  früh ins Bett, am nächsten Morgen wird noch vor dem Frühstück zu Phillip’s Cave gewandert.
In der Nacht schüttet es wie blöde, wir machen uns schon ein wenig Sorgen, denn die Flußdurchquerung zur Ranch hin war bereits nicht so ohne…

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