Namibia 2011 – Teil 1

 

28./29.03. Nightflight to Windhoek
Um halb sechs abends laufen wir auf FFM Airport ein und kriegen unsere Plätze im leider vollständig ausgebuchten A300-340 der Air Namibia, und mit ein wenig Verspätung heben wir gegen halb zehn am Abend nach einem Dinner im Moschmosch am Gate und einem schönen Weißbier ab.

Das erste echte Highlight ist das Essen an Bord, zu dem es leider als Besteck nur einen Dessertlöffel gibt, was insbesondere das Hühnchen ein wenig diffizil im Verspeisen macht *gg*
Windhoek Lager ist aber gut trinkbar und vermittelt einen Eindruck der namibischen Braukunst. Mit Hilfe der Sleeping Aid der besten Nachbarin der Welt schaffen wir es dann tatsächlich – mit kleinen Unterbrechungen – bis knapp halb sechs morgens im Flieger zu pennen. Um kurz nach sieben landen wir in Windhoek und werden am Ausgang von Gustav empfangen, der für die kommenden Wochen unser Reiseleiter sein wird.

Die Gruppe ist bunt gemischt, auf Anhieb gut passend, sehr nette Leute, mit denen wir es wohl problemlos aushalten werden.
Dann geht es erst mal nach Windhoek selbst und wir schauen uns ein paar eher unwichtige Sehenswürdigkeiten an.

Schreiben funktioniert im Auto erstaunlich gut – solange wir nicht auf Schotterpisten unterwegs sind, was aber dann den größten Teil des Vormittags ausmacht.

Vorher geht es aber aber noch zum Superspar, fürs morgige Mittagessen einkaufen, Brot, Salami und Käse. Die Auswahl im Supermarkt ist erstaunlich ‚Deutsch‘, vor allem bei den Zeitschriften fällt der deutsche Anteil auf. Aber auch der Metzger spricht Deutsch :-)

Auf dem Weg von Windhoek wollen zweie schon die ersten Giraffen gesichtet haben, wir sehen aber erst mal wenig. Bis auf einmal eine Familie Paviane gemütlich auf der Straße sitzt und sich gemächlich aus dme Staub macht – aber nur bis zum Zaun, wo wir sie ganz gut fotografieren können.
Das Land ist überwältigend grün und das Gras steht so hoch, dass gerade mal die in diesen Ausläufern der Kalahari, wo wir uns befinden, beheimateten Termiten den roten Sand sichtbar auftürmen. Tiere sind nur zu sehen, wenn sie sich auf oder an der Straße befinden.

Am späten Mittag erreichen wir die Guestfarm Kiripotib und werden von Hans, seiner Frau Claudia und dem Sohn Tim herzlich begrüßt.
Nach einem sehr interessanten Lunch mit Kalahari-Trüffel-Lasagne (und einem ausgezeichneten, vor allem ausgezeichnet kalten Bier für yours truly) schmeißen wir uns an und in den Pool. Die Tierwelt wird eindrucksvoll vertreten von einer Netzspinne, die ihr Netz zwischen einen Busch und die Poolbar gespannt hat, mit teilweise über 3m langen Haltefäden. Eine Stabheuschrecke läuft Gefahr, flachgetrampelt zu werden, aber ich hab sie noch rechtzeitig gesehen.
Pool ist großartig, Kaffee am Pool auch und ich chatte ein wenig mit meinen Freunden in DE – WLAN ist kostenlos auf Kiripotib.
Nach einem Rundgang über die Farm – Goldschmiedekunst, Teppichknüpfen – ausdrücklich ohne Verkaufsabsicht – besteigen wir den offenen Geländewagen und fahren Teile der 120.000 Hektar großen Farm ab. Die vielen Tore für die abgeteilten Bereiche der Farm macht der freundliche Farmhelfer auf und zu, der mehr oder minder auf dem Reifen mitfährt…
Tiefe Pfützen sind überall auf dem schlechten Weg, einmal müssen wir schieben, um das abenteuerliche Gefährt wieder auf den rechten Weg zu bringen, beim zweiten Mal geht aber nichts und wir werden zu Fuß vorab auf den Weg geschickt.
Zuvor haben wir allerdings die Begegnung des Tages, eine Herde Zebras steht neben dem Weg und wir lassen die DigiCams weidlich rattern.
Letztlich kommen wir gerade noch vor dem Gewitter nach Hause, Sundowner, ein bisschen bloggen, dann Abendessen mit der Familie und ihren Gästen, es gibt wieder Kalahari-Trüffel (lecker und sandig) und Kudu-Gulasch (auch ausgesprochen lecker).
Vor dem Schlafen gehen schaue ich mir mit Kathinka noch ausführlich den Nachthimmel an – ein unvergleichliches Bild, den auch ganz ab vom Kreuz des Südens ist der Anblick einfach atemberaubend, die Milchstraße ist deutlich zu erkennen.
Harte Matratzen und eine heiße Dusche vor dem Pennen sorgen für ausgezeichneten Schlaf – am ersten Tag war schon soviel drin, wir sind begeistert.
Schon jetzt sind wir überzeugt, dass es die richtige Entscheidung und damit auch der richtige Reiseveranstalter ist.


30.03. On the road to Keetmanshoop

Früh raus (7:00) und schnell Frühstück, bevor wir die bezaubernde Guestfarm verlassen und über Mariental nach Keetmanshoop fahren, zumeist langweiliges Kilometerfressen, unterbrochen von einem Waran, einer Wasserschildkröte (!), (fernen) Oryx-Antilopen und einem Picknick im Wind.
Die rote Kalahari liegt jetzt hinter uns und gerade sind wir 120 km vor Keetmanshoop, der Bus ruckelt nur wenig und es ist schön warm :-)
Wir tauschen mal die Sitzplätze und jetzt sitzen Kathinka und ich nicht mehr in der ersten Reihe, aber es geht vom Beine ausstrecken her, selbst ein paar Minuten Dösen sind drin.
Gegen halb fünf schlagen wir in Keetmanshoop auf, aber nur 10 min. bleiben in der Central Lodge (die mit einem – leider nicht funktionierenden – Whirlpool glänzt), bevor es zu Giant’s Playground geht, einer unfassbaren Felsformation, in der es nicht nur 1000 Fotomotive gibt, sondern man seine Phantasie so richtig spielen lassen kann.
Die dort heimischen Klippschliefer (äußert possierliche Tierchen) sehen wir nicht, aber eine Agame, die wie die Miniaturausgabe unserer ehemaligen Haustiere aussieht.
Gar nicht possierlich, aber sehr beeindruckend sind die Geparden, die wir live am Eingang zu Giant’s Playground erleben, wir sind bei der Fütterung dabei und dürfen dabei die Tiere auch streicheln. Ich mochte Geparden schon immer – Leichtathletik-Katzen irgendwie :-)

Zum Sonnenuntergang, der aufgrund einer dichten Wolkendecke leider ausbleibt, fahren wir in den Köcherbaumwald. Köcherbäume wurden von den Buschmännern zu ebendiesem Zweck gebraucht, die ausgehöhlten Äste geben sehr gute Köcher für die Pfeile ab, da der Köcherbaum sein weiches, wasserspeicherndes Inneres mit einer ledrigen Außenrinde schützt.
Gustav hat eine Flasche Amarula auf Eis legen lassen, den lassen wir uns in der großen Runde schmecken (hinterhältiges Gesöff, das), bevor wir die kurze Dämmerung für den Rückweg zum Auto beanspruchen, das Gelände ist keines, in dem man bei Dunkelheit seinen Weg suchen möchte.
In der Lodge gibt es eine heiße Dusche und dann ein überragendes Abendessen mit reichlich gutem Windhoeker Bier, ich habe ein Oryx-Steak, das einfach superlecker ist und wäre ich dabei geblieben, hätte die Nacht einen anderen Verlauf genommen.
Aber ich Trottel muss ja das halbe Steak von Angelika noch fressen + einen Großteil von Kathinkas Portion.
Die Folge: Vor lauter Verdauung die halbe Nacht nicht geschlafen und den Rest schlecht.

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