Nachtischmann returns

Das war aber auch wieder ein Kochevent der Sonderklasse, den wir uns gestern geliefert hatten. Zum langsam herannahenden Ende der Muschelsaison sollten es nochmal selbige sein, allerdings diesmal nicht nach dem sonst bei uns üblichen italienischen Rezept, sondern deutscher Tradition folgend. Gemüsesud (Lauch, Stangensellerie, Möhren, Lorbeerblätter), Weißwein, dazu Schwarzbrot mit Butter. Bier.

Für das Dessert ist der seine außerordentlichen Befähigungen im Namen tragende Nachtischmann zuständig, der irgendwas von Tartare erzählte und sowohl von mir wie auch von Kathinka befragt wurde, ob er denn Hackfleisch dafür bräuchte. Die Reaktion lässt sich unter ‚gerade noch gequältes Lächeln‘ subsummieren. Das Zeug heißt wohl Tarte Tartin(e). Wir sprechen numal kein fromage.
Für die Vorspeise hatten wir uns allerdings auch auf französische Zwiebelsuppe verständigt.
Und so setzte gegen sechs hektische Betriebsamkeit in der Küche ein, selbst ich bequemte mich aus der Badewanne, schnitt Zwiebeln, briet sie an, wusch Muscheln, entbartete sie, Kathinka schnitt Gemüse und Chili werkelte im Geheimen. Und mit Zucker in der Pfanne, Äpfeln, Mehl, Teig und und und.
Dabei schafften wir es wie immer, uns ständig auf den Füßen zu stehen, Töpfe wegzunehmen, Ofentüren genau dann zuzumachen, wenn der andere was reinstellen wollte usw. Lustig wars.
Und lecker erst mal.
Die Zwiebelsuppe erstaunte mal wieder ob ihres komplexen Geschmacks bei gleichzeitig höchster Simplizität in der Zubereitung und Stückliste. Äh, Zutaten heißt das ja bei dem Esskrams.
Egal.
Die Muscheln waren sehr gut und auch in der Menge mit drei kg für vier Personen reichlich, aber nicht überreichlich, bemessen.
Der Nachtisch sprengte aber mal wieder sämtliche Dimensionen.
Soooo super, entsprechend kurz war seine Verweildauer in unverdauter Form auf diesem Planeten.
Grappa.
Unertl.
Als musikalisches Schmankerl hatte der Nachtischmann dann noch den Hinweis auf das hier und damit war der Tag endgültig superpositiv gelaufen.

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