… will I realize

…nein, eigentlich war schon direkt nach dem Konzert am Sonntag klar, dass es eines der Besten – wenn nicht sogar DAS Beste war, was ich von Calexico (und Blind Pilot) bisher erlebte.

Von Anfang an:

Nach ein wenig ‚mixed feelings‘ nach dem Konzert in Darmstadt war es der hochwillkommenen  Intervention von Martin Wenk geschuldet, dass ich doch heimlich auf das Konzert in Wiesbaden plante. Da wusste ich noch nicht, dass ich bei einem denkwürdigen Essen zwei Tickets geschenkt bekommen würde.
Danke an Yu für diese fantastische Überraschung! <3
Und:  ‚Oh, mit Blind Pilot im Vorprogramm.‘
Da muss ich die beste Tochter von allen mitnehmen (hatte ich aber eh vor), die hat mich seinerzeit nämlich mit denen angefixt.

Und so trudelten wir dann am Sonntag bei feinstem Novemberwetter (schön kalt und hübsch nass) am Schlachthof in Wiesbaden ein. Die neue Halle ist groß, modern, außen bunt und innen zweckmäßig.
Modern heißt in diesem Fall vor allem gut belüftet, die hohe Bühne gefällt auch sehr – gute Sicht auf das Geschehen.

Pünktlich um 20:00 Uhr beginnen Blind Pilot ihr (fast zu) kurzes Set, in dem natürlich weder One red thread noch 3 rounds and a sound fehlen.
Israel Nebeker, Ryan Dobrowski, Luke Ydstie und Kati Claborn machen das hervorragend, der Sound ist perfekt – mir einen Hauch zu leise1 – aber genau die perfekte Einleitung zu Calexico.
So ein bisschen wirken die vier wie eine Highschool-Band, die in das große Meer des Rock ’n‘ Roll geworfen wurden, Israel will man für seine freundlich-scheue Art am Mikro die ganze Zeit knuddeln und Luke ist der Spaßbringer schlechthin. Kati wechselt stückweise die Instrumente und konkurriert beim letzten Stück2 vom neuen Album sogar mit Ryan Dombrowski um sein Standtom.
Ein rundherum toller Auftritt.

Um kurz vor neun legen Calexico los.
Ob es an der wenig kuscheligen Atmosphäre der nackten Halle liegt oder die Jungs einfach ein Fass aufmachen wollten – keine Ahnung, aber die ganze Show hat unglaublich viel Energie. Es ist lauter geworden, trotzdem ist der Sound super, okay, Joeys Stimme ist zu Anfang ein wenig zu leise, das wird aber auch gut im Verlauf.
The Ballad of Cable Hogue als zweites Stück – es kann  nichts mehr schiefgehen3.
Das Publikum geht begeistert mit und bekommt nur wenig Atempausen. Längere Ansagen vor den Stücken – Fehlanzeige, es geht oft übergangslos von einem zum nächsten. \o/
Roka – einmal mehr brilliant gespielt und Maybe on monday in einer richtig druckvollen Variante – heute passt alles. In Darmstadt hatte ich Jacob noch häufiger im Vordergrund gesehen, da stehen diesmal eher Martin und Jairo für mich.
Und Crystal Frontier. Hach4.
Erwähnte ich schon, dass die Lightshow vom Feinsten war? Sehr schön den Charakter der einzelnen Stücke untermalend (und oft perfekt, um mit dem Handy nette Schnappschüsse zu machen), waren hier wirklich Könner am Werk.

Die enge Verbundenheit zum supporting act zeigte sich nicht nur in der Begleitung eines Songs im Vorprogramm durch Jacob und seine Trompete, sondern vor allem im Zugabenteil.
Denn zur (1.) Zugabe kommen Blind Pilot mit auf die Bühne und von denen stammt auch das nun folgende Cover von Gillian Welch’s Klassiker Look at Miss Ohio. Mit reduzierter Begleitung und in Teilen a capella (sehr sauber gesungen, *chapeau*) kommt ein ‚unplugged-Feeling‘ auf, bevor Joey mit ‚You want more?‘ zu einer furiosen Version von For your love (The Yardbirds 1965!) überleitet.

Guero Canelo bringt die Halle nochmal richtig in Schweiß 5 und natürlich lassen wir Calexico noch nicht gehen.
Mit einer langen (sehr niedlichen) Ansage auf deutsch leitet Joey dann The vanishing mind ein und damit das Konzert aus.

Das war einfach von vorne bis hinten fantastisch, brilliante Setlists, beide Bands musikalisch on Top – leider hatte ich hinterher keine Zeit mehr, um Martin zu suchen und mich nochmal für seinen Kommentar hier im Blog zu bedanken.
But there will be an next time :D

Update

Setlist Wiesbaden, 18.11.2012

Epic
Ballad Of Cable Hogue
Splitter
Roka (Danza De La Muerte)
The Ride, Part II
Para
Minas de Cobre (For Better Metal)
Inspiracion
Griptape
Fortune Teller
Maybe On Monday
Sonic Wind
Corona
Victor Jara’s Hands
Dead Moon
Alone Again Or
Puerto
Crystal Frontier

Zugabe:
Look At Miss Ohio – with Blind Pilot
For Your Love – with Blind Pilot
Guero Canelo

2. Zugabe
The Vanishing Mind

  1. ‚Pappa, vielleicht lässt einfach dein Gehör nach?‘ ‚HÄH?‘
  2. das war auch das Titelstück We are the tide, oder? Mein Gehör mag noch nicht nachlassen, aber mein Gedächtnis tut es ganz sicher
  3. Live-Premiere für mich und ich mag dieses Lied. Sehr.
  4. Seit meinem ersten Konzert nicht mehr live gehört…
  5. Hurra, ein Gitarrensolo mit genau einem Ton! Jairo <3

sparta

Jede*r anders, alle Drama.

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