Let’s go exploring

Da liegt sie jetzt vor mir.

Die freie Zeit.
Wie ein leerer Blogbeitrag, der sich auch seit Wochen nicht von selbst schreiben will. Die weiße Seite.
Unberührt, unschuldig, rein.
Noch traue ich mich nicht wirklich, sie mit meinem Buchstabenschmutz zu besudeln, aber gleichzeitig mache ich es ja schon. Nun gut, Ängste sind ja dazu da, überwunden zu werden ;-)

‚Aber wie kommt’s?‘  hör ich fragen und will auch um meiner selbst Willen mal kurz die letzten anderthalb Jahre Revue passieren lassen – in denen von meiner mir so kostbaren freien Zeit für Entspannen, Schreiben, Musik hören, Spazierengehen etc. immer weniger blieb, was sich an der ‚Artikelflut‘ hier im Blog auch deutlich widergespiegelt hat.
Eigentlich begann alles auf dem Stammtisch Höchst mit der Idee, ich könnte ja den Generalsekretär im Landesverband der Piratenpartei machen. So ’ne Art Verwaltungsjob, geht prima vom heimischen Schreibtisch aus und ist nicht anstrengend.
Na gut.
Ich hab mich breitschlagen lassen, eine Art Wahlkampf geführt, der mich letztlich als einzigen Kandidaten stehen ließ und mir das Amt bescherte…
Zwischendrin war über die tollen Menschen, die ich kenne, noch ein kleiner Nebenjob gekommen, die Ticketerstellung für die openmind #om10.
Zu tun hatte ich wirklich reichlich. Bundesparteitage, Akkreditierung, Vorstandssitzungen, auch im Real Life.
Immer tiefer arbeitete ich mich in die Strukturen ein, wurde zum Ansprechpartner für viele, zum Vertrauten für manche und schaffte mir neben einem gewissen Wissenspool auch eine stete Arbeitslast an. Bisweilen war mir das doch lästig, ich war nicht mehr so ganz mein Herr, wie ich es gewohnt war und zu schätzen gelernt hatte.
Ein wenig hilfreich war dann die Kandidatur der jetzigen Generalsekretärin beim LPT 2011 – jeglicher Kandidaturversuch würde schlicht an der Tatsache scheitern, dass wir bei den Piraten längst nicht so post-gender sind, dass nicht eine Frau immer einen Bonus hätte, egal, ob sie was kann oder tut.
Da aber die Verwaltungszugänge dauerten, habe ich Trottel mich bereit erklärt, die Mitgliederverwaltung noch weiter zu machen, als die Berlin-Wahl und vor allem deren Folgen über uns hineinbrachen und ich Neuaufnahmen by the hundred auf dem Tisch hatte.

Außerdem hatte ich mich für die Orga der openmind #om11 freiwillig verpflichtet und habe dort den gesamten finanziellen Krams, T-Shirts, Tickets, Namensschilder, Kasse, Hotels und dergleichen alles erledigt. Vorort war ich dann ca. 80% der Dauer der Veranstaltung am Orga-Counter ansprechbar.

Nach der #om11 wurde mir sehr schnell klar (gemacht), dass es so nicht weitergehen kann. Ich war am Anschlag, ständig gereizt, immer kurz vor dem Ausrasten.
Also beschloss ich, einen Fullstop hinzulegen.
Mitgliederverwaltungsbeauftragung zurückgeben.
Orga #om12 canceln.

Jetzt will ich erst mal eines vor mir haben: Nichts!
Derzeit bin ich immer noch am Runterkommen, viel zu lange habe ich auf viel zu hoher Schlagzahl getaktet und das wird mir nie wieder passieren.

Das Motto der openmind #om11, das ich zu selbigem erkoren habe, raubmordkopiere ich jetzt für mich.

…let’s go exploring

3 Antworten

  1. Helmut Wicht sagt:

    „Jetzt will ich erst mal eines vor mir haben: Nichts!“
    Bravo!
    Das Nichts ist nämlich ein weithin unterschätztes Etwas, indem es nicht nur nicht etwas ist, oder etwas nicht ist, aber auch nicht etwa etwas ist, sondern eher gar nichts, nicht aber im Sinne eines Nicht-Seins oder Noch-Nicht-Seins oder Sein-Sollens (Nil permissivum), sondern im Sinne von GAR NICHTS. Nil absolutum. Vacuum.
    Oder so ähnlich. Jedenfalls eien interessante Dimension, das Nichts.
    Der Weg dorthin führt über die Melancholie, der ich meine diesjährige Weihnachtsvorlesung widmen werde, zu der ich Dich, lieber Freund, hiermit ganz herzlich einlade – falls Du nichts (hähä!) besseres zu tun hast.
    Grüße, alles Gute
    Helmut
     
     
     

  2. sparta sagt:

    Selbstverständlich werde ich Deiner sicherlich wie immer ausgezeichneten Vorlesung meine Aufwartung machen.
    Nichts (*g*) könnte mich davon abhalten :-) 

  1. 13. November 2011

    […] schneller wird eine gute Alternative. Kirk tut es, indem er weniger Artikel schreibt als vorher. Peter tut es, nachdem er sich ein wenig übernommen hatte. Und auch Laurence hat dies als Strategie für […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.