Kultur und (Fernseh-)Bildung

surreal

Das war ein gut gepackter Tag. Nach ordentlicher Coffein-Aufnahme machten Kathinka und ich uns gegen 10 Uhr auf in die Stadt, auf dem Programm steht ein gutes Frühstück und anschließend Kultur.

Am Kornmarkt 11 in der Nähe der Hauptwache ist das Leib & Seele, für das unser Gutscheinheft ein 2 für 1 Frühstück vorsieht – und das lohnt sich durchaus, wie man sehen kann.
Nette Lokalität, auffallend hohe Zahl an Bedienkräften, schnell und aufmerksam. Nichts zu meckern.

Mit einem Verdauungstrakt, der den Hinweis ‚wegen Überfüllung geschlossen‘ trägt, geht es dann im strahlenden Sonnenschein durch die Frankfurter Innenstadt langsam in Richtung Schirn, wo wir mit Helmut verabredet sind.
‚Surreale Dinge‘ locken.
Und begeistern.
Der Aufgang zur Ausstellung ist ein wenig arg geisterbahnig und nicht alle Ojekte dort können überzeugen, die Ausstellung selbst rockt.
Kopfkino vom Feinsten bei einigen Stücken, ‚bedenklich‘ ist ein vielgebrauchtes Adjektiv und wir haben Spaß. Insider: ‚Drahtfigur‘.
Nach einer guten Stunde Rühren im Realitätsverständnis trennen sich unsere Wege, Kathinka und ich fahren gen Höchst, wo ich umgehend ins Auto hüpfe und nach Wiesbaden fahre, der Nachmittag ist für Herrn Urbach eingeplant, der zu meiner großen Freude schon wieder den Weg in die hessische Heimat gefunden hat.
Frisch vom Internetkongress der hessischen CDU gekommen, lese ich ihn nach einigen Irrungen durch Wiesbaden (grauenvoll, wie die Verkehrsführung verschlimmbessert wurde) an der Friedrichstraße auf und wir begeben uns erst mal ins Café Klatsch, den Kaffeespeicher auffüllen, bevor es uns nach Mainz verschlägt, wo Stephan einen Termin beim SWR hat.
Ja, Fernsehen.
Für die ARD. Aber nicht für die Piratenpartei, sondern Telecomix / WeRebuild.
Stefan (können die Leute nicht mal anders heißen, man könnte fast meinen, es hätte eine Zeitlang nur einen Vornamen für Jungs gegeben), der zuständige Redakteur, greift uns im Foyer ab und führt uns zur Recording location. „Bestimmt ein tolles Studio mit faszinierender Technik“ denkt man ja gerne, es fällt aber gleich die Anmerkung ‚das wird jetzt bestimmt ein wenig entmystifizierend‘.
Jo.
Das ist ein ganz gewöhnliches Büro mit ein paar an die Schränke gepinnten Lampen, es ist saueng, weil wir uns natürlich zu fünft drin drängeln, Herr Urbach, der Redakteur, der Kameramann, dessen Assistent und meine Wenigkeit.
Nach ein wenig Umsetzerei ist die perfekte Einstellung gefunden und der Interview-Teil beginnt. Die Fragen waren bekannt und Herr Urbach hat seine Nervosität gut im Griff, redet flüssig und anschaulich über den Themenkomplex. Agents, Datalove, IRC, Modems, freie Kommunikation – manches muss erläutert werden, vieles kann einfach gehalten werden, es sind nur wenige Wiederholungen notwendig.
Es folgt der Teil ‚Landschaftsaufnahmen‘. Hände auf dem (beleuchteten) Keyboard, Arbeitsillusionen, diverse Einstellungen von allen möglichen Winkeln. Herr Urbach gibt den fleißigen Hacker überzeugend. Und wir haben nicht nur wegen  Bemerkungen über Ringe viel Spaß…
Dann haben wir es auch geschafft – für die vielleicht 2 min am Montag in den Tagesthemen oder dem Nachtjournal sind fast zwei Stunden drauf gegangen und wir sind erstaunlich platt, aber auch angenehm entspannt.
‚I’ve already made it…‘ – immer wieder begeisternd und mit einem kalten Bier versehen, fahren wir nach Hanau, wo ich meinen lieben Freund für eine lange Nacht (wenn man dem Twitter-Stream glauben darf) absetze, bevor ich für einen sehr geruhsamen Abend zu meiner Süßen heimkehre.

Montag werden die Aufzeichnungsgeräte glühen, ich bin sehr gespannt, was letztendlich seinen Weg in die entsprechenden Sendungen finden wird.

 

1 Antwort

  1. Helmut Wicht sagt:

    Richtig!
    „Bedenklich“ war – in seiner Ambivalenz – genau das richtige Wort. Ich geh‘ da nochmal hin. Selbst wenn mich auch das bedenklich stimmt.
    Du warst beim Internetkongress der CDU? Surreal, real, oder subterraneisch?
    Grüße
    Helmut

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