In a dream…

chrome
… wäre ich nur auf die Idee gekommen, CHROME live zu sehen.
Die von Damon Edge 1975 gegründete und mit Helios Creed nach der ersten Scheibe1 congenial besetzte experimental/post-punk/industrial Band aus San Francisco hat mich in den frühen 80ern nahezu ständig und mit manchen Stücken bis heute begleitet.
Stücke wie In a dream oder  Danger Zone waren unter den ersten Sachen, die ich selbst digitalisierte. Teilweise von Audiocassette :-D

Dann war da noch der Autounfall… Im Zivildienst habe ich es mal geschafft, einen Dienst-PKW auf’s Dach zu legen2 und hing dann auf der B42 gemütlich in meinem Gurt. Dummerweise ging die gewölbte Tür nicht auf und den Gurt zu lösen hätte bedeutet, in der zersplitterten Scheibe zu landen. Darüber hinaus lief der Sprit raus und jederzeit konnte der Nächste in die quer auf der Gasse liegende Karosse knallen.
Gute Aussichten allenthalben also. Und vom Tape lief bezaubernderweise ‚all alone… in the danger zone‘.

1995 starb Damon Edge und CHROME war somit nicht mehr, zumindest nicht mehr in DEM Line-Up. Helios Creed war solo unterwegs, holte CHROME aber immer mal wieder aus der Versenkung, wie ich mittlerweile gelernt habe.

Vor zwei Wochen war ich aber doch überrascht, als ich auf der FB-Seite eines Freundes vom Konzert am 03.06. in Frankfurt erfuhr. CHROME im Bett – das ist praktisch, da kann ich mit der StraBa hin und obendrein den Ernie wieder treffen \o/

Die Fanbase ist doch eher dünn heutzutage, nur ca. 80-100 Menschen zumeist gesetzteren Alters fanden sich in der Schmidtstraße ein3. Unserer guten Stimmung tut das keinen Abbruch, wir ergehen uns in Sentimentalität und Bier.

Kurz nach neun legen Helios Creed und die anderen vier mit altvertrauten Songs los, schon beim zweiten geht das mit dem Mitsingen (March of the chrome police – a cold clammy bombing).
Und direkt danach: In a dream. Unfassbar genial, wir sind alle hingerissen.
Im Konzertverlauf wird es lauter, was ich von heutigen Konzerten gar nicht mehr kenne – aber generell ist es sowieso ein Eighties-Erlebnis reinsten Wassers. Analoge Technik dominiert, auf der Bühne findet sich ein reichhaltiges Kabelsalat-Buffet und der Keyboarder trinkt den Rioja gleich aus der Flasche.

Firebomb, Danger Zone, Armageddon. Grandios und heftig laut ist es.

Eine Zugabe und dann ist der Trip in die Vergangenheit auch schon wieder zu Ende.
Wir haben es sehr genossen. Tu ich mir auch jederzeit gerne wieder an.

Show 3 footnotes

  1. über die awkwardness des ersten CHROME-Albums The Visitation haben wir uns gut amüsiert
  2. Umstände tun NICHTS zur Sache :-)
  3. Keine Ahnung, wie das finanziell ausgehen soll, 5-Mensch-Band, Kartenpreis 20,00 Euro, also knapp 2.000,00 Euro für so einen Abend, egal

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