Es wurde gewählt

Schwarz-Gelb also.
Was noch verniedlichend ‚Tigerenten‘-Koalition genannt wird, könnte für Janoschs Werk einen ganz unangenehmen Beigeschmack bekommen, immerhin können wir ja jetzt vier Jahre darauf herumkauen und der Geschmack wird nicht besser werden.
Was wird jetzt passieren – außer, dass der Guido jetzt Außenminister wird, was mich schon ein wenig gruselt. Zensursula bleibt wohl und der adelige Witz^h^h rtschaftsminister auch. Schäuble? Ich wage kaum zu hoffen…

Zuerst mal ist es so vermutlich ‚besser‘ als eine Fortsetzung der „großen“ Koalition, weil die Mehrheit zwar stabil, aber nicht direkt grundgesetzgefährdend (Stichwort: 2/3-Mehrheit) ist und die Opposition stärker als bisher ist.
Andererseits werden sich die Arbeitnehmer mit einiger Sicherheit warm anziehen dürfen, Vorstöße gegen Tarifvertragsrecht, Kündigungsschutz oder das BetrVG insgesamt sind von Seiten der immens aufgeblähten FDP zu erwarten.

Ob diese wiederum ihre vollmundigen Bürgerrechtsversprechen (Abschaffung Zensursula-Gesetz etc.) verwirklich (können oder wollen) wird? An der Stelle werden die Piraten und andere aber sicher dran bleiben.
Ohnehin, die Piraten. 2% im Bundesschnitt. 2,5% in Frankfurt, 4% in unserem Wahlbezirk. Für ein erstes Mal nicht schlecht, besser als die Grünen ihrerzeit und eine gute Vorlage für die Zeit der Konsolidierung, die jetzt vor uns liegt. In den nächsten Jahren werden wir nach und nach Stadt- und dann auch Landesparlamente entern, da bin ich sicher. Die Regierung wird ohnehin dafür sorgen, dass wir thematisch nicht verhungern und 2013 geht es dann auf die große Kaperfahrt.

Bleibt noch die SPD. Ich kann eigentlich nur hoffen, dass die jetzt verabreichte Klatsche Wirkung zeigt und die SPD sich dem unterwirft, was die Wähler von ihr wollen: Änderung und ein klares Profil. Als ‚CDU Reloaded‘ interessieren die Sozialdemokraten kaum jemand und mit ihren mehr als merkwürdigen Ansichten zur Netzpolitik machen sie auch bei den jungen Leuten keinen Stich.

Ich sehe eine letzte Chance für die SPD in einem stark auf Arbeitnehmer und sozial Schwache ausgerichteten Profil, tendenziell eher ‚old labour‘ – auch im Verbund mit der Linken, wo die Schnittmengen eben doch viel größer sind…
Schließlich ist die Linke nun wirklich überall angekommen, vielleicht sollten wir das einfach anerkennen und nach zwei Jahrzehnten endlich die Ost/West-Denke langsam mal hinter uns lassen.

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