Ecuador & Galápagos Islands – 2012 | Teil 5

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02.03. The sacred islands
Aufstehen geht wieder Erwarten ganz gut und gepackt war ja eh schon alles, also nur duschen und runter zum Frühstück. Großes Buffet ist super, aber um 6:00 Uhr kann ich echt noch nicht mit ecuadorianischen Fressorgien beginnen. Also ein paar Früchte und Kaffee, das muss reichen.
Check-In auf Guayaquil. So ein Spaß.
Zuerst ist die SICGAL, der spezielle Check auf organisches Material, also Pflanzen, Samen und was weiß ich nicht alles, was man nicht nach Galápagos schleppen sollte1
Dann stehen wir ewig am Schalter, weil eine amerikanische Schulklasse ihren Flug nach Quito wohl verbummelt haben und jetzt gaaaaaaaaaaaaaaaanz dringend noch vor uns durchgeschleust werden müssen. *seufz*
Nachdem die aber durch sind, geht alles einigermaßen zügig.
Plätze sind nur am Gang, aber who cares und zwei Stunden später landen wir auf Baltra auf den Galápagos-Inseln. Obwohl mir ordentlich ehrfürchtig zu Mute ist, schafft es die doch sehr weltliche Organisation des Tourismus-Geschäftes auf den Inseln, mich relativ ruppig auf den Boden der Realität zu holen.
Bus zur Fähre, Fähre über den Kanal nach Santa Cruz.
Uaaa, Pelikane.
Und Fregattvögel.
Völlige Begeisterung.
Dann im relativ kleinen Bus ins Hochland der Insel und schon auf der Fahrt sehen wir die ersten großen Schildkröten am Straßenrand
Zuerst gehen wir ein paar Schritte in einen Lava-Tunnel, eine faszinierende geologische Formation, in diesem Fall vier Meter hoch und fast fünf breit.
Auf der Farm, wo wir auch Mittagessen kriegen, sind dann alle paar nas lang die gepanzerten Giganten zu bewundern, unglaublich und so eindrucksvoll.
Wir stapfen durch Wiesen, Matsch und Unterholz, wobei ich beinahe auf einen Vogel trete, der mir ein Bier einbringen würde – Heike hatte diesen speziellen Vogel noch nie gesehen und gibt mir für meine Tolpatschigkeit dann am Abend einen aus. Offenbar findet man diese Ralle auch wirklich nur, wenn man fast auf sie drauftritt. Ich fühle mich jedenfalls sehr ornithologisch.
Wir sehen bestimmt 10 Schildkröten unterschiedlicher Größe und Geschlechts in freier Wildbahn beim Fressen, Baden und einfach nur Rumlaufen, bevor wir im offenen Restaurant ein leckeres Mittagessen bekommen.
Es ist heiß hier. Das ist gut so :-)
Nach dem Essen fahren wir in unser Hotel und pilgern im Anschluss zur Charles-Darwin-Station, wo Riesenschildkröten gezüchtet werden, um sie in ihren heimischen Habitaten wieder auszuwildern.
Wir sehen unter anderem Lonesome George, den einzigen seiner Art – für eine passende Partnerin ist eine hohe Belohnung ausgesetzt. Da er sich seinerzeit unwillig oder unfähig zum Geschlechtsakt zeigte, wurde er wohl mit Hilfe von ‚Anschauungsunterricht‘ präpariert. Schildkrötenporn FTW.
Alles ist voll mit Lava-Eidechsen (Tropidurus delanonis), die zu den Leguanen gehören. Die Weibchen haben eine (bisweilen leuchtend) rote Kehle, die Männchen eine wunderschöne dunkle Zeichnung und einen auffälligen Kamm.
Nach der Station gehen wir in Richtung Meer und sehen die ersten Meerechsen (Amblyrhynchus cristatus). Und die roten Krabben, die im juvenilen Stadium schwarz sind.
Zum Abendessen geht es dann auf die Hauptstraße, ins Souvenir- und Andenkenparadies. In ‚La Garrapata‘ ist für uns gedeckt und es gibt ein Menu mit Thunfisch. Superlecker.
Das Zufriedenheitslevel erreicht einen stabilen Höhepunkt, es ist toll hier!

03.03. Under the sea
Der erste Ausflug steht an und um sieben Uhr geht es daher los, wieder quer über die Insel nach Norden über das Hochland (den Trip machen wir noch ein paarmal im Verlauf).
Ein Besuch der Insel Seymour Norte oberhalb der Flughafen-Insel Baltra steht an, davor oder danach soll geschnorchelt/gebadet werden.
Faktisch sieht die Orga aber ein wenig anders aus, schon bei der Abfahrt dauert alles ewig und im Hafen warten wir uns nochmal einen Wolf, bis uns endlich das Schlauchboot zur ‚Yacht‘ bringt. Dann fahren wir ein paar Meter und in der Folge zum Schnorcheln – eine halbe Ewigkeit diagonal über den Kanal, warum das Hauptboot da nicht hin konnte, bleibt ewig ein Geheimnis2 ;-)
Schnorcheln verursacht bei mir erst mal ein wenig Panik, bis ich mich wieder an den Atemrhythmus angepasst habe, aber die Schwimmweste ist sehr hilfreich und es geht dann auch richtig gut. Tolle Fische gibt es hier. Aber sooo superspannend ist das auch nicht.
Beim wieder-reingezerrt-werden ins Schlauchboot rutsche ich ein wenig blöd über einen Griff und hole mir die Mutter aller Blauen Flecke am Oberschenkel. :-/
Das Mittagessen an Bord ist dann sehr lecker, dass es Fisch gibt, ist nicht wirklich überraschend.
Im Anschluss fahren wir nach Seymour North, wo wir einen kleinen Rundgang machen. Die Lava-Lizards gibt es hier auf Schritt und Tritt, die gelb-braunen Drusenköpfe (Landleguane – Conolophus subcristatus) sind auch häufig anzutreffen und so gar nicht scheu. Ich habe nur ca. 200 Aufnahmen von Leguanen ;-)
Über uns kreisen die Fregattvögel mit ihren eleganten Flugmanövern, die Küstenstreifen sind mit Seelöwen und Blaufuß-Tölpen besiedelt.
Schön ist es.
Und heiß ist es.
Neben dem später offensichtlichen Brutal-Sonnenbrand, den wir uns schon beim Schnorcheln an allen exponierten Hautstellen eingefangen haben, fällt nur ein kolumbianisches Pärchen negativ auf, die keine Gelegenheit auslassen, sich ausgesucht rücksichtslos und borniert zu benehmen.
This paradise is a bit too crowded ;-)
Zurück auf dem Boot gibt es große Wassermelonenstücke, eine willkommene Abkühlung von der Hitze auf der flachen Insel, deren Schattenstellen an einer Hand abzählbar sind.
Wir tuckern wieder zurück und besteigen an der Anlegestelle unseren Bus, um wieder in einer knappen Stunde quer über Santa Cruz zu fahren.
Dort werden wir alle Mahlzeiten in der ‚Garrapata‘ einnehmen, Essen in der Zecke :-)
Da die Bedienung aber superfreundlich und das Essen reichhaltig und variantenreich ist, kann uns das nur recht sein.
Nach dem Essen lohnt sich ein Bummel über die Avenue Charles Darwin und die vielen Geschäfte mit mehr oder minder geschmackvollem Schnickschnack. Eingedenk der Sonnenerfahrung des heutigen Tages kaufe ich mir erst mal einen Hut, das schadet sicher nicht :-)


Show 2 footnotes

  1. völlig hanebüchene Untersuchung, IMHO ArbeitsBeschäftigungsbeschaffungsmaßnahme. Da kriegt man eine ganze Samenhandlung durch.
  2. Noch dazu ist das Beiboot mit einem grandiosen 15 PS Außenborder bestückt, die Wiederentdeckung der Langsamkeit also

2 Antworten

  1. Kathinka sagt:

    Vergiss nicht zu schreiben, dass es sehr heiß war.

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