Earth and sun and moon


„But if I work all day in the blue sky mine, there‘ll be food on the table tonight“ – Blue Sky Mining
Die auf das gleichnamige Album folgende Tour führte Midnight Oil 1990 nach Offenbach und das Konzert in der Offenbacher Stadthalle haben Ute, Astrid, Dirk und ich damals begeistert miterlebt, auch wenn der Sound nicht wirklich gut war und sich die Oils bei meinem damaligen Lieblingslied ‚River runs red‘ grauenvoll verspielten, dass selbst der charismatische Frontamnn Peter Garret im Anschluss sagte ‚We should do that again…‘.
Schon lange war ich ein Fan der australischen Rockband mit ihrem Engagement für ökologische Belange gewesen, ‚beds are burning‘ und ‚the dead heart‘ waren der große internationale Durchbruch gewesen. Entsprechend voll waren damals die Hallen, auch die Stadthalle in Offenbach war seinerzeit ausverkauft.
In der Folgezeit ebbte das Interesse ein wenig ab, das Album ‚Earth and sun and moon‘ hatte ich mir noch zugelegt, aber dann waren andere Bands/Ereignisse wichtiger. Irgendwann lösten sich Midnight Oil dann auf, und der überaus sympathische 2m-Glatzkopf Peter Garret wurde eine Zeitlang sogar Minister für Umweltangelegenheiten (in der Folge Erziehung und Schule).

Das Thema Midnight Oil war eigentlich komplett erledigt für mich, bis ich Anfang des Jahres las, dass sich die Band in Originalbesetzung wieder reformiert habe und auf Welttournee gehen würde. Frankfurt. Batschkapp. 15.7.2017.
Natürlich habe ich sofort Karten besorgt – Astrid konnte leider an dem Datum nicht, was überaus schade war – und Kim, Jenny und ich waren dann an dem superheißen Sommertag vorort.

Ich mag ja die neue Batschkapp überhaupt nicht. Die Belüftung ist ein Witz und die Eingänge an den Seiten sind extrem unpraktisch. Beim Neubau hätten sie ruhig mal nach Wiesbaden schauen sollen, der Schlachthof ist eine so fantastische Halle, bei der einfach alles stimmt. 

Das mit der Belüftung trat deutlich zutage, auch ohne zu tanzen kam jede*r in der ausverkauften Halle ordentlich ins Schwitzen, allerdings war auch schon bei der Vorband die Stimmung prächtig. Das in Ehren gereifte Publikum glänzte vielleicht nicht mit athletischen Körpern, aber der mitgebrachte Enthusiasmus suchte seinesgleichen. Wie auch schon in Offenbach ein Highlight: Wenn der Roadie Peter Garret‘s Gesangsmikro rausbringt, das steht dann so hoch, dass man auch in der letzten Reihe sicher sein kann, den Frontmann sehen zu können :-D

Zu der end credits music von Blade Runner by vangelis kamen die sechs Mann aus Australien dann auf die Bühne und waren von der ersten bis zur letzten Sekunde unfassbar gut.
Da passte alles, der Sound war brilliant, das Mix insbesondere beim mehrstimmigen Gesang immer perfekt ausbalanciert und müder waren die Jungs mit den Jahren wirklich nicht geworden. Allen voran, bzw. hintendran Rob Hirst, der nicht nur ein fantastischer Schlagzeuger, sondern vor allem ein brillianter Songschreiber ist und dessen ausnehmend gute Laune den ganzen Saal ansteckte. Peter Garrett war nicht nur stimmlich in Topform sondern bot auch wieder seine eckige, bisweilen an Ian Curtis‘ epilepsy dancing erinnernde Bühnenperformance. So oft wie er den Gürtel seiner Jeans nachziehen musste, scheint er einiges an Gewicht zu verlieren bei so einem Auftritt. Allerdings ist er auch 64 Jahre alt, ich will gar nicht wissen, wie abartig es auf der Bühne gewesen sein muss.
Es war schon im Publikum kaum auszuhalten, die Temperatur war kurz vor Kreislaufkollaps. Mein T-Shirt konnte ich hinterher auswringen.

Aus den ‚Zugabe, Zugabe‘-Rufen entwickelte sich schnell ein die ganze Halle ausfüllenden ‚du-dup-du-dup-du-dudu‘ über Minuten und die Band nahm es auf die Bühne zurückgekehrt, direkt auf für ‚The dead heart‘.

Madness ensued :-D

Ich kann nur empfehlen, sich die Oils anzuschauen, wenn sie in der Nähe sind. Wir werden es wieder tun.

Setlist

Redneck Wonderland
Bullroarer
Safety Chain Blues
No Time for Games
Earth and Sun and Moon
Truganini
Stars of Warburton
Hercules
One Country
Luritja Way
Tin Legs and Tin Mines
Kosciusko
Now or Never Land
Read About It
Arctic World
Warakurna
Beds Are Burning
Blue Sky Mine
Forgotten Years

Encore:
The Dead Heart
Dreamworld

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