Dem Nachwuchs eine Chance

Wetter super, Laune naja, was machen?

Helmut besuchen, beim NSU-Schrauben zuschauen, dabei Bier trinken und bessere Laune kriegen?
Guter Plan.
Rauf auf die KTM (Anmerkung: Der Beitrag erschien zuerst als Post in de.rec.motorrad und sollte aufgrund der unterschwellig naheliegenden Verbindung Motorrad/Alkohol provozieren. Hat prächtig geklappt, selbst das Hihi ist drauf eingestiegen… Natürlich handelt es sich um mein KTM-Fahrrad und die Biermenge war sehr im Rahmen) und die paar km die Nidda entlang in den bewussten Rödelheimer Hinterhof.
Der Herr Wicht warnt sogleich vor baldigst anstehendem Besuch eines jungen Mannes nebst 125er, welche irgendein Elektrikproblem habe, beim Moppedzubehörler habe man sich auf einen Reparaturversuch verständigt.
Mir egal, ich habe was zu trinken, das Wetter ist immer noch super, die körperliche Ertüchtigung macht mich ohnehin stolz, also kann nichts mehr schief gehen.

Zuerst bewundere ich einleuchtende Hinweise (siehe nebenstehendes Bild)…

Die Kupplung der NSU muss zu oft nachgestellt werden, es gilt die Ursache zu finden. Vorweg, wir haben es nicht geschafft, ist wohl doch nur dem uralten Zug geschuldet, die Mechanik tut jedenfalls. Tut auch immer noch, nachdem wir sie halb auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt haben. Gesprächsthemen sind Fließfett, Bier, Seneca und die Eitelkeit.

Helmuts Nachbarn zerlegen unterdessen das Treppenhaus bei einem Umzugsversuch, da fällt dann mal ein Hamsterkäfig die Treppe hinunter, klingt wie Weltuntergang. „Wird ein Notarzt gebraucht?“ „Nein, wir machen nur Lärm.“ Helmut bietet hilfreich ein Beil an und erntet darob finstere Blicke.
Dann rollt Simon mit seiner NSR125 und Freundin ein, nicht wissend, dass er einen äußerst unterhaltsamen Nachmittag vor sich hat ;-)
Zuerst das Elektrik-Problem. Diagnose: Rücklicht (bestehend aus zwei Lampen) geht, Bremslicht geht in einer der beiden, dafür geht beim Bremsen die andere ganz aus und kommt auch nicht wieder, bis zum Neustart.
Erst mal muss das Plastik runter, die Sitzbank auch, Messgerät wird herbeigetragen, derweil schaue ich mir mal das Mopped ansonsten an.
„Permanenter Bodenkontakt der Kette ist doch eigentlich nur bei Raupenfahrzeugen vorgesehen, oder?“ „Ähhh…“

Simon hat es schwer. Bei jeder Kleinigkeit fängt er einen dummen Spruch und der verranzte Bock bietet reichlich ‚Kleinigkeiten‘, aber er steckt das bewunderswert locker weg. Derweil geht es seinem Mopped ja auch gut.
Uns auch, das nächste Bier ist schon auf.
Das Bremslichtproblem ist schon bald den Birnen zugeordnet („Do hoste e Fahhrad, fährste zur Tankstell und holste zwaa von deene Bernscher, dei Medsche behalde mer so lang als Pfand…“). Massekabel sind grün? Egal.

Die Kette ist jedenfalls völlig fertig, aber wir kriegen sie soweit hin, dass man zwischen Schwinge und Kette kein ganzes Schwein mehr durchschieben kann.
Helmut hat sich in der Zwischenzeit den Kupplungshebel, bzw. die fehlende Buchse in der Führung vorgenommen, die handgefertigt neu eingebaut wird.
Simons Freundin erweist sich als tüchtige Begleiterin, die Spitzzangen, 10er-Schlüssel und Kupferpaste als jeweilige solche identifizieren kann und somit wirklich hilfreich ist.
Und so flicken wir in rund zwei Stunden an der NSR eine Vielzahl von Kleinigkeiten, während ihr Besitzer staunend danebensteht. „Die Schraube habe ich nicht aufgekriegt…“ „Das kann man reparieren?“ „Boah, soviel Werkzeug..“ und dergleichen mehr.
Zuletzt werden Blinker und Verkabelung am Zündschloss noch in Funktion versetzt und Helmut macht eine Zweitakter-Probefahrt.

Dann wird das junge Volk nach Hause geschickt, wohin ich mich auch aufmache, der Moppednachwuchs macht Laune.
Und Schrauben bei Helmut eh.

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